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Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Herbst 2011
Eine Studie der Creditreform belegt: Mittelstand trotzt der aufkommenden Krisenstimmung - Die Unternehmen bleiben optimistísch.
 


Der Mittelstand hat sich laut der aktuellen Studie der Creditreform von den schlechten Konjunkturnachrichten nicht anstecken lassen. Die von Creditreform ermittelten Stimmungsindikatoren liegen zumeist über den Vorjahreswerten. Mit 60,5 Prozent antworteten so viele Befragte wie noch nie auf die Frage nach der aktuellen Geschäftslage mit „gut" oder „sehr gut". Im vergangenen Herbst hatten sich nur 48,0 Prozent der Unternehmen positiv geäußert. Unzufrieden mit der Geschäftslage sind derzeit lediglich 2,6 Prozent der mittelständischen Unternehmen (Vorjahr: 4,7 Prozent).




Der Saldo aus positiven und negativen Meldungen zur Geschäftslage verbessert sich daraufhin auf plus 57,9 Saldenpunkte und erreicht ein neues Rekordhoch. Die Umsatzentwicklung im Mittelstand ist ein Spiegelbild des Wirtschaftsbooms. 40,7 Prozent der befragten Unternehmen gelang es, den Umsatz zu steigern. Der leicht höhere Vorjahreswert von 42,2 Prozent wurde noch von Nachholeffekten nach der Krise und den staatlichen Konjunkturmaßnahmen getrieben.

Zurückgegangen ist der Anteil der Unternehmen, die über Umsatzeinbußen klagen (2011: 11,7 Prozent; 2010: 16,0 Prozent). In drei der vier Hauptwirtschaftsbereiche wurden im Vergleich mit dem Vorjahr weniger positive Umsatzmeldungen registriert. So im verarbeitenden Gewerbe 43,8 statt 45,7 Prozent, im Dienstleistungssektor 36,9 statt 41,7 Prozent und noch ausgeprägter am Bau 36,7 statt 44,6 Prozent. Dagegen erzielten 45,7 Prozent der Händler (Vorjahr: 37,2 Prozent) Umsatzzuwächse.

Hohe Nachfrage nach Arbeitskräften – Mittelstand weiter einstellungsbereit

Gut ein Drittel der mittelständischen Unternehmen (34,2 Prozent) hat im Verlauf der zurückliegenden sechs Monate die Mitarbeiterzahl erhöht. Gerade einmal 7,0 Prozent der Befragten haben Personal abgebaut. Der Beschäftigungsbeitrag des Mittelstandes fiel damit wie im Vorjahr deutlich positiv aus. Personalaufstockungen werden vorwiegend aus dem Verarbeitenden Gewerbe gemeldet: 37,0 Prozent der Unternehmen beschäftigten mehr Mitarbeiter als vor einem halben Jahr. Im Dienstleistungsgewerbe (34,9 Prozent) und im Handel (34,7 Prozent) hat gut jeder Dritte das Personal aufgestockt, im Baugewerbe jeder Vierte (24,9 Prozent). Für die kommenden Monate haben die mittelständischen Unternehmen weiteren Personalbedarf angekündigt. Gut ein Fünftel der Befragten (20,6 Prozent) plant, die Mitarbeiterzahl aufzustocken. Das ist ein höherer Wert als im Herbst 2010, als 17,3 Prozent der Befragten zusätzliches Personal suchten. Mit 6,0 Prozent in der Minderheit sind diejenigen Unternehmen, die Stellen streichen wollen (Vorjahr: 6,9 Prozent). Im Herbst 2011 wird so das bislang größte Übergewicht an geplanten Personalaufstockungen verzeichnet.

Eine schnelle Verschlechterung am Arbeitsmarkt ist vor diesem Hintergrund nicht wahrscheinlich. Einen weiterhin hohen Personalbedarf weist das Dienstleistungsgewerbe auf. 24,5 Prozent der Dienstleistungsunternehmen wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Im Verarbeitenden Gewerbe planen derzeit 22,6 Prozent der Unternehmen Neueinstellungen, im Handel sind es 17,5 Prozent. Am Bau hält sich die Zahl der einstellungsbereiten Unternehmen (10,0 Prozent) und die Zahl der Unternehmen mit den Personalabbauplänen (10,4 Prozent) vor dem bevorstehenden Winterhalbjahr die Waage.

Umsatzerwartungen leicht eingetrübt – Investitionspläne zeugen von Zuversicht

Bei vielen Unternehmen aus dem Mittelstand wachsen derzeit noch die Auftragsbestände. Entsprechend zuversichtlich beurteilen die Mittelständler ihre weitere Umsatzentwicklung. 28,7 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einem Umsatzplus. Rückgänge beim Umsatz befürchtet jeder Neunte (11,3 Prozent). Im Vorjahr warendie Mittelständler aber noch optimistischer, als knapp ein Drittel der Befragten (32,7 Prozent) Zuwächse beim Umsatz erwartet hatte und nur jeder Zehnte (10,0 Prozent) mit Rückgängen rechnete. Im Vergleich der letzten zehn Jahre sind die aktuellen Umsatzerwartungen des Mittelstandes vergleichbar mit den Jahren 2006 bis 2008. Mehr optimistische Umsatzprognosen gibt es innerhalb des Mittelstandes allein im Baugewerbe. 21,3 Prozent (Vorjahr: 18,6 Prozent) der befragten Baubetriebe blicken zuversichtlich in die kommenden Monate. Damit weist dieser Sektor aber weiterhin die niedrigste Quote auf. Unter den Dienstleistern äußern sich 30,6 Prozent zuversichtlich (Vorjahr: 37,3 Prozent), im Verarbeitenden Gewerbe 30,0 Prozent (Vorjahr: 34,4 Prozent) und im Handel 28,2 Prozent (Vorjahr: 34,4 Prozent). Knapp die Hälfte der Befragten wird in den kommenden Monaten ein Investitionsvorhaben durchführen (49,1 Prozent; Vorjahr: 47,4 Prozent). Einen noch höheren Anteil gab es nur 2007. Investitionsfreude zeigen die Industrie (52,4 Prozent) und der Dienstleistungssektor (50,3 Prozent).



Höhere Investitionsbudgets und viele Erweiterungsinvestitionen runden das optimistische Konjunkturbild im Mittelstand ab. So haben 60,4 Prozent der Unternehmen ihr Investitionsbudget aufgestockt. Bei einem Großteil der Mittelständler ist neben Ersatzinvestitionen auch der Ausbau der Produktionskapazitäten vorgesehen (54,6 Prozent).

Finanzierungsrestriktionen waren für jedes zehnte Unternehmen (10,2 Prozent) der Grund für unterlassene Investitionen (Vorjahr: 15,8 Prozent). Betriebe mit einer schwachen Ertragslage mussten überdurchschnittlich häufig ein Investitionsvorhaben aufgrund von Finanzierungsproblemen aufgeben.

Durch Stärkung des Eigenkapitals gut gewappnet

Die Innenfinanzierung im Mittelstand hat sich vom langjährigen Sorgenkind zu einer bedeutenden Finanzierungsquelle gewandelt. 30,2 Prozent der Unternehmen verbuchten zuletzt einen Gewinnanstieg. Verschlechterungen wiesen nur 18,0 Prozent der Befragten auf. Noch nie in den zurückliegenden zehn Jahren wurde ein geringerer Anteil festgestellt. Noch im Krisenjahr 2009 mussten 42,7 Prozent der Unternehmen Gewinneinbußen hinnehmen.

Das Zahlungsverhalten der Kunden hat sich ebenfalls weiter gebessert und entlastet die Liquiditätslage des Mittelstandes.

Nur noch 8,9 Prozent der befragten Unternehmen beklagen hohe Forderungsverluste von mehr als 1,0 Prozent des Gesamtumsatzes (Vorjahr: 10,1 Prozent). Insgesamt erhalten 78,4 Prozent der Mittelständler das Geld für eine erbrachte Leistung oder die gelieferte Ware innerhalb von 30 Tagen (Vorjahr: 72,0 Prozent). Positive Entwicklungen bei den Erträgen und der Zahlungsmoral erlauben es den Mittelständlern in den Aufbau von Kapitalreserven zu investieren, um gegen eine neuerliche Krise gewappnet zu sein. Mit 28,7 Prozent verfügen so viele Unternehmen wie noch nie über eine Eigenkapitalquote von über 30 Prozent (Vorjahr: 27,1 Prozent). Vor zehn Jahren lag dieser Anteil erst bei 16,6 Prozent. 29,9 Prozent der befragten Unternehmen erreichen derzeit eine Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent (Vorjahr: 31,0 Prozent) und gelten damit als unterkapitalisiert. Überdurchschnittlich hoch ist dieser Anteil weiter im Baugewerbe (36,2 Prozent).

LODENFREY - Designer-Fashion für höchste Ansprüche

Befragt wurden 4.175 Unternehmen im Mittelstand mit nicht mehr als 500 Beschäftigten und einer Umsatzgröße von nicht mehr als 50 Mio. Euro. Die Betriebe sind inhabergeführt aus den Branchen des verabeitenden Gewerbes, Handels, Baus und der Dienstleistungen.





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