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Betriebliches Gesundheitsmanagement und Corporate Health-Spezialisten im Vortrag auf der Messe Nürnberg

beim digitalen BGM sprechen die Experten von einer digitalen Revolution. Laut Umfrage des Instituts für Gesundheit und Soziales (ifgs) der FOM Hochschule Essen haben sich rund 72 Prozent der Führungskräfte noch nicht näher mit dem Thema auseinandergesetzt. 80% sind dennoch der Meinung, der digitalen Lösung gehöre die Zukunft.

Die Gesundheitsprofis Prof. Dr. Volker Nürnberg und Dr. Krauss-Hoffmann erörtern auf der siebten Corporate Heath Convention (09. Mai bis 10. Mai 2017) in Nürnberg, wie gesunde Arbeit auch in Zeiten der Digitalisierung effizient und nachhaltig gestaltet werden könnte:  „Meet the Expert“ bietet kurze informative Impulsvorträge mit anschließender Diskussion.

Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit und der anhaltende Fachkräftemangel machen ein ausgeklügeltes Gesundheitsmanagement notwendig. Aktuell sprechen auf klassische Health-Care-Maßnahmen laut Prof. Dr. Volker Nürnberg im Durchschnitt nur zehn bis zwanzig Prozent der Mitarbeiter an. „Der Haken dabei ist, dass diese Mitarbeiter in der Regel zu den Gesunden zählen. Aktuell macht das BGM nur die Gesunden noch gesünder“, erklärt der Corporate Health-Experte. Mitarbeiter mit Risikofaktoren oder die richtig Kranken hätten bisherige Tools nicht ausreichend motivieren können.

Digitale Lösungen könnten diesbezüglich Abhilfe schaffen, ist Nürnberg überzeugt. Doch das heiße nicht, dass analoge Programme ausgedient hätten. Es sei eine Frage der geschickten Kombination und der professionellen Aufbereitung. „Wenn die Produkte gut gemacht sind, können sie bis zu 80 Prozent der Mitarbeiter erreichen“, prognostiziert der BGM-Profi. Studien an der TU München hätten bereits ergeben, dass webbasierte Tools grundsätzlich genauso viele Menschen erreichten wie klassische Maßnahmen – nur andere Zielgruppen. „Das sind zum Beispiel die ‚Mental Worker‘, die generell schon digital affin sind“, so Nürnberg.

Zahlreiche Apps, hohe Trash-Quote

Die App-Stores der verschiedensten Hersteller präsentieren Tausende digitale BGM-Tools. Doch Vorsicht: „80 Prozent davon sind Schrott“, bemängelt Nürnberg. Programme, die diese sogenannte „Trash-Quote“ bedienten, basierten auf Algorithmen eines PCs und seien nicht individuell auf den Nutzer oder die Zielgruppe zugeschnitten. Nur die intelligenten webbasierten Lösungen würden sich dauerhaft und nachhaltig durchsetzen. „Vorzuziehen sind intelligente Programme, hinter denen reale Therapeuten, Ärzte und Sportwissenschaftler stehen“, rät der Professor.

Gamifikation als Qualitätsmerkmal

Auch der Austausch mit anderen Usern, zum Beispiel via Chatroom oder WhatsApp, sollte nach Angaben Nürnbergs möglich sein. Darüber hinaus sei wichtig, dass die Apps immer wieder aktualisiert würden. „Bei der anhaltenden Migration sollten auch mehrsprachige Versionen angeboten werden, zumindest eine in englischer Sprache“, fordert Nürnberg und bemerkt weiter: „Die Tools sollten im besten Fall 24 Stunden am Tag einsetzbar sein, sodass jeder die Angebote entsprechend seines individuellen Biorhythmus nutzen kann.“ Auch spielerische Elemente sollten eingebunden werden, etwa ein Quiz, bei dem Nutzer ihr Wissen testen können.

Gesundheitsförderung mit Kostenbremse

BGM hat neben seinen vielen Benefits auch einen Nachteil: Es verursacht zusätzliche Kosten. Das ist Nürnbergs Erfahrung zufolge gerade für kleine und mittelständische Unternehmen vielerorts noch ein Ausschlusskriterium – obwohl es ein entscheidender Wettbewerbsfaktor im „war for talents“ sein kann. „Gerade in solchen Fällen sind webbasierte Tools die charmantesten und preiswertesten Lösungen – insbesondere für den Einstieg“, berichtet Nürnberg. Durch das Präventionsgesetz stünden den Krankenkassen zudem recht hohe Summen zur Verfügung, speziell um das BGM kleiner Betriebe zu unterstützen.

Demografischer Faktor erfordert ausgeklügeltes BGM

Alternde Belegschaften, die Digitalisierung und der Anstieg psychischer Arbeitsanforderungen lassen Unternehmen und Beschäftigte mit einigen Bedenken in die Zukunft blicken. Für Dr. Peter Krauss-Hoffmann, Regierungsdirektor und Projektkoordinator für „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt/PsyGA“ beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), ist BGM daher ein wertvoller Bestandteil eines modernen HR-Managements.

Organisationserfolg durch eine Kultur der Gesundheit

Der Erhalt und die Förderung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit müsse Krauss-Hoffmanns Auffassung zufolge konsequent in alle Geschäftsabläufe integriert werden. „Eine gesundheitsförderliche Unternehmenskultur bildet den Nährboden für Zufriedenheit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Arbeitsumfeld“, ist er überzeugt. Zwingend notwendig sei dabei auch, die Bedürfnisse der Belegschaft in den Blick zu nehmen. In seinem Vortrag wird der Arbeitswissenschaftler und Gesundheitspädagoge neueste Erkenntnisse aufzeigen, Praxishilfen vorstellen und Fragen zur Fortentwicklung einer „nachhaltigen Personalpolitik“ aufwerfen.

Meet the Expert
mit Dr. Peter Krauss-Hoffmann, Regierungsdirektor und Projektkoordinator „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt / PsyGA“ beim BMAS
Gesunde Arbeit in Zeiten rasanter Digitalisierung
Dienstag, 09. Mai 2017, 12.30 bis 13.00 Uhr, Forum B
Meet the Expert
mit Prof. Dr. Volker Nürnberg, Leiter der Beratungseinheit Health Management bei Mercer Deutschland und Professor im Privatdienst
Qualitätskriterien für webbasiertes BGM
Mittwoch, 10. Mai 2017, 13.55 bis 14.25 Uhr, Forum A

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