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Angelika Gilberg nennt ihre Bilder "Falter". Sie entstehen durch Zusammenfalten von dünnem chinesischem Papier, das angefeuchtet und mit Aquarellfarben getränkt wird.
Nachdem das Blatt wieder aufgefaltet ist, erscheinen kristalline Farbformen in vielfach gebrochenen Spiegelungen und Symmetrien, wobei die Farbintensität je nach Lage der eingedrungenen Farben wechselt, wodurch Räumlichkeit hervorgerufen wird.
Oft ist dieses Bild kaleidoskophaft aufgefächerter Prismen schon das endgültige Ergebnis, oder aber es werden Teile herausgeschnitten und mit anderen Blättern entweder zu Collagen verbunden oder wie Intarsien eingesetzt.
In unerschöpflicher Vielfalt entfalten sich buchstäblich die Formen wie in Märchen oder Träumen inständiger Verwandlungsmöglichkeit zu Figurinen, islamischer Kacheln, Himmels-körpern, oder wachsen wie die japanischen Unterwasserblumen aus Muscheln.
Die hochraffinierten und überraschenden Ordnungen, die sich durch die Methode des Faltens ergeben, könnte man mit der Form der Fuge in der Musik vergleichen. Sie geben den Bildern ihren Halt und eine Stimmigkeit und innere Notwendigkeit, ähnlich wie in der Kleist'schen Beschreibung des Marionetten-theaters, wo jede Bewegung der Puppe deshalb gut ist, weil sie von der eigenen Mitte bestimmt ist.
Prof. Michael Croissant, 1988, Frankfurt
"..........Für Angelika Gilberg stellt sich die Frage des gegenständlichen oder Gegenstandslosen überhaupt nicht.
Das erscheint vielleicht als nicht zeitgemäß, als ein Ausweichen, sich nicht entscheiden können. Aber ich sehe in ihrer Arbeitsweise keinen Widerspruch.
Im Gegenteil! Jedes ihrer Bilder ist eine Entscheidung und sie folgt dieser ntscheidung kompromisslos. Aber nur scheinbar liegt diese Entscheidung bei dem Maler allein. Auch Angelika Gilberg kann nur das malen, wozu sie der Augenblick, die innere Sicht befähigt.
Etwas wirklich Neues besteht immer erst dann, wenn der Maler glaubt, nicht mehr weiter zu wissen...."
Auszug aus dem Vorwort des neuesten Kataloges von Angelika Gilberg, Dr. Horst Appel, Frankfurt, 2000 |
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