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Maibaumaufstellen im Fünf-Seen-Land in Oberbayern bei München
Was wäre Bayern ohne Maibaum? Und wo gibt es noch so schönes Brauchtum wie in Oberbayern? Hans-Peter Höck war für uns unterwegs und hat für Sie wunderschöne Bilder zur Verfügung gestellt. Das Maibaumaufstellen am Starnberger See. Geboten wird ein buntes Programm - Streifen Sie durch unsere Bildergalerie der Trachten und Bräuche und finden Sie unterwegs ein paar Hintergründe zu diesem schönen Brauch des Maibaumaufstellens:
Maibaum aufstellen am Ammersee, Starnberger See, Wörthsee und Pilsensee - Impressionen >>

Der Maibaum ist keine Erfindung der Bayern oder der heutigen Zeit.
In alten Kulturen wurde er schon immer verehrt und symbolisierte eien Spiegel der Welt und seiner Gesetzmäßigkeiten. Er war für die Menschen immer schon ein wertvoller Bestandteil. Wie auch anders: Der Baum gab immer schon Schutz, Luft zum Atmen, Blätter, Früchte und Wärme. Ohne Holz wäre vieles heute nicht denkbar, was unsere Entwicklung betrifft. 7 Jahrhunderte vor Chr. sagte schon der chinesische Minister Kuan Chung: "Planst du für ein Jahr, so säe Korn. Planst du für ein Jahrtausend, so pflanze Bäume."


Woher kommt denn nun der Maibaum?
Urahnen sind der Weltenbaum, der Menschenbaum, der Lebensbaum, der Glücksbaum.
Über die Herkunft des Maibaums gibt es widersprüchliche Thesen. Aber bereits in der Antike finden sich Zeugnisse, die auf ihn verweisen.
So wird er in der Orientalistik mit ägyptischen und indischen Fruchtbarkeitskulten in Verbindung gebracht. Ähnliche Symbole existieren auch auf Java. Beim Dionysos-Kult der alten Griechen wurde Dionysos nicht nur als Gott des Weines, sondern auch als Gott der Vegetation und besonders der Bäume verehrt. Die Römer weihten den Monat Mai der Göttin des Wachstums, der Fruchtbarkeit und des Gedeihens der Pflanzen. Sie hieß Maia und gab dem Monat ihren Namen. Maias Fest wurde am 1. Mai begangen. Es wurden ihr Opfer dargebracht, und Bäume wurden als Symbol ihrer Würde aufgestellt. Der Tanz um einen zentral aufgestellten großen Maibaum gehörte zur Maifeier.
Die Omaha- und Ceiba-Indianer hatten ein Ritual, das dem Maibaum-Brauch fast bis in alle Einzelheiten gleicht. Sie fällten einen Baumwollbaum, entlaubten ihn und trugen ihn dann zu ihrem Lager. Dort bemalten ihn zwei Männer, mit roten und schwarzen Ringen, die Tag und Nacht, Donner und Tod, Himmel und Erde symbolisierten und eine belebende Kraft ausstrahlten. Woher die weiß-blauen Rauten kommen -? - Der heilige Baum - Mutterbaum der Menschheit wurde in der Mitte des Lagers aufgestellt, begelitet von rituellen Tänzen und lustigen Feiern.
Die Antike hat noch weitere Kulturen und Zeugnisse, die auf maibaumähnliche Fruchtbarkeitssymbole hinweisen. Wenn man genau überlegt, so ist und war das Frühjahr und die Sommerzeit eine Existenzgrundlage unseres Seins. Die Feldfrüchte für Mensch und Vieh beginnen zu wachsen und ernähren alle Lebewesen über das Jahr.



Der Maibaum und die Kelten
Die Kelten, in der Zeit von 1500 bis 700 v. Chr. im süddeutschen Raum sesshaft, kamen aus dem Ural, Baumarme Steppen mit weiten Horizont waren ihr bisheriger Lebensraum. In Bayern trafen sie auf riesige Urwälder. Fast erschien es ihnen wie das Ende der Welt, heißt es in Geschichtsbüchern. Diese Eindrücke verarbeiteten sie in tiefgreifende Baumkulte. Der Sommer begann für die Kelten am ersten Mai und endete mit dem Wintereinbruch am 1. November. Wann wird der Maibaum aufgestellt und wann findet gleich wieder die Walpurgisnacht statt?
In der Keltenstadt Manching, vor ca. 2300 Kultort, wurde ein vergoldetes Bäumchen gefunden und ein göttliches Symbol darstellte. Der Journalist Rudolf Reiser vermutet, dass der Maibaum ursprünglich ein Opferbaum der Kelten war. "Der Baum spielte in der vorchristlichen Mythologie eine überragende Rolle, sonst hätte man ihn, seine Blätter, Knospen und Blüten in Manching nicht so kunstvoll vergoldet." Wie Verduten des Malers Valentin Gappnig im Freisinger Diözesanmuseum zeigen, hatten damals Maibäume Äste und Büschel. Und es gibt Hinweise der Archäologen, daß um den Baum Bänder gelegt waren. Erkennen Sie den heutigen Bändertanz und Bäderschmuck? Da sollte noch jemand sagen, Tradition überdauert keine Jahrtausende!.


Der eigentliche Maibaum-Brauch ist erst ab dem 13. Jhr. belegt. Als Sinnbild für gute Ernten wurde in die Dorfgemeinschaft am 1 . Mai ein Baum eingebracht.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurden zu Ehren der Offiziere, Fürsten und Ratsherren nach einem soldatischen Brauch Maibäume regelmäßig am 1. Mai aufgestellt. Dafür gab es dann reichlich Maibier.
1760 forderte Altbayern: "Dem zwar uralten, aber zu nichts als zur bloßen Bürger- und Bauernlust dienenden Brauch des Maibaumschlagens soll Einhalt geboten werden."
Seit 1808 erhielten Gemeinden die Selbstverwaltung. Das Gemeindeleben wurde von den Bürgermeistern selbst in die Hand genommen. Viele Verbote wurden aufgehoben. Der MAibaum war bald ein Sinnbild nationalbayerischen Selbstbewußtseins. Mit Unterstützung der Monarchie. König Ludwig I. und König Max II. waren den alten Volksbräuchen gegenüber sehr aufgeschlossen.
In der "Bavaria Landes- und Volkskunde" des Königreichs Bayern um 1860 wird der Maibaumbrauch gelobt, indem "durch das ganze oberbayerische Land ein ehrlich Dorf viel auf einen schönen Maybaum" hält. Wichtige waren die Höhe des Baumes und dessen "wesentliche, unerläßliche Bestandteile; so der Maybüschel, der grüne Tannenwipfel hoch oben, der erinnern sollte, daß wir hier nicht vor einer todten Stange stehen sondern vor einem lebenden Baum aus dem ... Wald." Die Kirche erklärte den Maibaum als österliches Symbol der Erlösung und Auferstehung. Daher auch der Hahn auf der Spitze bei manchen Maibäumen.


Bis zum nächsten Jahr zum Maibaumaufstellen in Oberbayern!
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