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    Am Montag, den 11. Mai 2020 wird das Haus der Kunst wieder für den Publikumsverkehr öffnen, und sich dabei an den Vorgaben orientieren, die das Kunstministerium in seiner Pressemitteilung vom 5. Mai 2020 veröffentlicht hat.

    Damit die Ausstellungen, die wegen der Schließung des Museums seit dem 13. März nicht sichtbar waren, dem Publikum nun entsprechend länger zugänglich sind, wurden die Laufzeiten verlängert:

    – „Theaster Gates: Black Chapel“ endet am 16.8.2020
    – „Brainwashed. Sammlung Goetz im Haus der Kunst“ wird ebenfalls verlängert bis zum 16.8.2020; die Präsentation im Luftschutzkeller ist wie üblich donnerstags bis sonntags zu sehen
    – Die Kapselausstellungen „Sung Tieu. Zugzwang“ und „Monira Al Qadiri. Holy Quarter“ werden verlängert bis 30.8.2020
    – Die große Ausstellung im Ostflügel, „Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives“, ist bis zum 29.11.2020 zu sehen

    Es gelten die üblichen Öffnungszeiten, Mo bis So von 10 bis 20 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr. Das Tagesticket gilt für sämtliche Ausstellungen und kostet 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Die Buchhandlung Walther König hat ebenfalls geöffnet, täglich von 12 bis 18 Uhr; der Katalog zu „Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives“ liegt inzwischen vor.

    Digitale Formate, ein Kunstwerk und HDK live

    Zusätzlich zu den bestehenden digitalen Angeboten hat das Haus neue digitale Formate entwickelt, darunter Audiotouren sowie das Kunstwerk „Anwesenheit“, das von Franz Erhard Walther eigens für die Präsentation auf der Webseite und der Außenfassade des Hauses gestaltet wurde. In einem kurzen Loop waren während der Ostertage die Aussagen „Körper sind die Grenzen“, „Dem Raum entgegen“, „Der Zufall der Geschichte“, „Körper in der Gegenwart“ auf der Webseite zu sehen. Um diesem Werk die größtmögliche Wirkung zu verleihen, führten vier Tage lang sämtliche Unterseiten der Webseite den Nutzer auf die Seite www.hausderkunst.de/anwesenheit. Das Kunstwerk hatte im digitalen Raum somit alle anderen Inhalte der Webseite für vier Tage verdrängt. Auf Ankündigungen oder Erklärungen im Vorfeld wurde verzichtet und ein erläuternder Blog-Beitrag erst am Ostermontag online gestellt. Nach Ablauf der vier Tage fand der Nutzer die Webseite mit allen bisherigen Inhalten wieder vor.

    Gleichzeitig wurden für die Dauer von 40 Tagen dieselben Sätze auf die dem Englischen Garten zugewandte Wand der Westfassade projiziert, jeweils ab Einbruch der Dunkelheit und bis zur Morgendämmerung. Nach Ostern wurde mit „HDK live“ ein weiteres digitales Format ins Leben gerufen: die Live-Übertragung dieser Bilder, die eine Kamera aufzeichnet und die auf der Webseite zu sehen sind. Die erste Übertragung, „Anwesenheit“, endet am 18. Mai.

    Mit diesem Kunstwerk und der Art, es zu präsentieren hat Andrea Lissoni, seit April neuer künstlerischer Leiter des Haus der Kunst, einen ersten, in die Zukunft weisenden Akzent gesetzt. Es dient als Fenster für das Geschehen der Gegenwart und lässt die künstlerischen Inhalte im Gebäude auch von außen leichter sichtbar werden.

    „Stellen Sie sich das Haus der Kunst einmal anders vor – aus einer anderen Perspektive, wie der Ausstellungstitel von Franz Erhard Walther es nahelegt. Es wandelt seine Gestalt. In der Abenddämmerung verblassen die Schatten der Bäume. Langsam erscheint eine Satzfolge, wird im Dunkeln hell und lebendig und fungiert wie ein Fenster nach drinnen, in den ersten Raum der Franz Erhard Walther-Ausstellung, zu den ‚Wortbildern‘, einer Serie aus den 1950er-Jahren. Das unsichtbare Fenster durchbricht die Zeit. Walthers jüngste Arbeiten und seine frühesten bilden eine Schleife. Wenn die Sonne aufgeht, verschwindet die Projektion. Zurück bleibt das Gebäude.
    Der Himmel ist blau oder bewölkt, manchmal fliegen Vögel über das Haus, und plötzlich, auf der Terrasse, übt ein Skateboarder in einer Ecke neue Tricks. Das Gebäude ist lebendig und ‚Anwesenheit‘ sein nächtlicher Herzschlag.
    Was bedeutet es, neue Geschichte/n zu schreiben? Was bedeutet es für das Haus der Kunst, lebendig zu sein?
    Ich wünsche mir, dass Visionen zu Wahrnehmungen werden.

    Stellen Sie sich ein Spinnennetz vor, das plötzlich vor Ihren Augen erscheint.
    Stellen Sie sich vor, was ein Baum sieht, hört, riecht und fühlt.
    Stellen Sie sich vor, was ein Nachtvogel erlebt.“
    Andrea Lissoni