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Roseninsel Starnberger See

Roseninsel Starnberger See

Archäologische Grabungen in den letzten beiden Jahrhunderten lassen darauf schließen, dass die Roseninsel – Insel Wörth im Starnberger See (ehemals Würmsee) schon etwa 2000 bis 800 v. Chr. besiedelt war und als Kultstätte diente. Im 12. Jahrhundert wurde auf der Insel eine romanische Steinkirche gebaut, von der heute allerdings nur noch die Westwand und die Fundamente existieren.

Ein Ort zum Ausruhen und Träumen. Mitte des 19. Jh. ging dieser Traum für den bayerischen König Maximilian und seiner Frau Marie in Erfüllung. Mit dem Erwerb der Insel Wörth – der heutigen Roseninsel im Jahre 1850. In Zusammenarbeit mit dem bedeutendsten deutschen Gartenarchitekten des 19. Jh. dem preußischen Hofgärtner Peter Joseph Lenné, schuf der Civil-Ingenieur Franz Jakob Kreuter bis 1853 ein Kleinod der Kunstgeschichte in Bayern: ein pompejanisches Casino inmitten eines Parks, dessen Zentrum ein ovales Rosarium bildet, ein Rosengärtchen aus Hunderten von hochstämmigen Duftrosen und einer fünf Meter hohen, blau-weißen Glassäule in seiner Mitte. Kreuter schuf ein Capriccio, das als Unikum in die Architekturgeschichte einging. – eine kuriose Kreuzung aus italienischer Villa und bayerischem Alpenhaus.

Anregung und Vorbild waren für Kreuter und Lenné Schloss Charlottenhof in Potsdam-Sanssouci mit dem zugehörigen Ensemble aus Rosenparterre, Gärtnerhaus und den so genannten Römischen Bädern. Während das preußische Vorbild längst in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, führt die Roseninsel bis heute ein Schattendasein. König Ludwig II., wusste das Kleinod zu schätzen. Er besuchte es regelmäßig in den Sommern und ließ ihm liebevolle Pflege angedeihen. Nach seinem Tode geriet die Insel allmählich in Vergessenheit. Casino und Rosengarten blieben jahrzentelangem Verfall ausgesetzt.

1999 konstituierte sich der Förderkreis Roseninsel Starnberger See e.V., der seine Aufgabe in der Erhaltung von Casino und Park in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen  Schlösser, Gärten und Seen sieht. Vorrangiges Ziel ist es, die eminente kultur- und architekturhistorische Bedeutung der Anlage im Bewusstsein der Öffentlichkeit neu zu verankern. Ganz konkret bedeutet dies Öffentlichkeitsarbeit im weitesten Sinne: von der Organisation von Vorträgen, Führungen und Exkursionen bis zur Publikation wissenschaftlicher Aufsätze.

Seit dem 23. Mai 2001 steht die “bayerische ” Glassäule wieder vor der Ostseite des Casinos auf der Roseninsel. Der Förderverein der Roseninsel e.V. stellte in Eigenregie den alten Zustand der Gärten wieder her.  Zahlreiche Spender stifteten hierfür Rosen alter und neuer Sorten. Nicht nur zur Rosenblütenzeit ist der Besuch der Roseninsel einen Ausflug wert.

Literaturempfehlung:  Königliche Träume, Casino und Park auf der Roseninsel im Starnberger See. ISBN 3-930184-27-3.

Der Förderkreis leistet aber vor allem auch aktive Hilfe bei der Finanzierung der und Realisierung von Einzelprojekten im Rahmen der laufenden Gesamtinstandsetzung der Insel. Eines der Hauptziele war die Wiederherstellung der Rosengartens, der 2003 der Öffentlichkeit übergeben wurde. Auch die Glassäule konnte durch Spendengelder restauriert werden. Weitere Förderprojekte waren die Efeulaube, die historischen Bänke und Vasen. Durch Ihre Mitarbeit, Ihre Beiträge und Spenden unterstützen Sie die Initiativen des Förderkreises.

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