Osloer Nobel Peace Center ehrt Carl von Ossietzky mit großer Ausstellung

Birgit M. Widmann

foto olsoer nobel peace center

Osloer Nobel Peace Center ehrt Carl von Ossietzky mit großer Ausstellung

Kaum eine Entscheidung des norwegischen Friedensnobelpreis-Komitees war so bedeutend und umstritten wie die Wahl des deutschen Regimekritikers und Journalisten Carl von Ossietzky im Jahr 1935. An den bedeutendsten Whistleblower der Geschichte erinnert jetzt das Nobel Peace Center in Oslo.



Booking.com

Vor 80 Jahren wurde der Friedensnobelpreis mit einem Jahr Verspätung und in Abwesenheit des Preisträgers an den deutschen Journalisten und Pazifisten Carl von Ossietzky verliehen, der bis heute international als Vorbild für politischen Mut und Zivilcourage gilt. Mit der Ausstellung „Den farlige prisen – Der gefährliche Preis“, die am 9. Juni 2016 erstmals öffnet, erinnert das Osloer Nobel Peace Center jetzt an Ossietzkys Person und die damaligen Geschehnisse.

„Carl von Ossietzky war einer der bedeutendsten Whistleblower der Geschichte. Er kämpfte und starb für das Recht auf freie Meinungsäußerung und für den Frieden. Er ist noch immer inspirierend für viele Menschen. Doch obwohl das Recht auf freie Meinungsäußerung heute ein hochbrisantes Thema ist, gerät Ossietzky langsam in Vergessenheit. Mit dieser Ausstellung wollen wir ihm den Platz in der Reihe der ikonischen Preisträger zuweisen, den er verdient hat, und dazu beitragen, dass seine Geschichte weiterlebt“, sagt Liv Tørres, Direktorin des Nobel Peace Center.

Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Carl von Ossietzky im Jahr 1935 gehört zu den bedeutendsten Entscheidungen des norwegischen Nobelpreis-Komitees. Zum ersten Mal überhaupt ging die weltweit geachtete Auszeichnung an einen Regimekritiker, der wegen Landesverrats verurteilt war. Die Wahl von Ossietzkys war zudem so eindeutig wie keine zweite: 86 Nominierungen und 500 Unterschriften berühmter Persönlichkeiten für den bei den Nationalsozialisten verhassten Demokraten bedeuteten einen Nominierungsrekord. Gleichwohl gab es nicht nur in Deutschland, sondern auch in Norwegen teils heftigen Widerstand gegen die Entscheidung des Komitees, das aus diesem Grund sogar zwei Mitglieder verlor.

Die Ausstellung „Den farlige prisen – Der gefährliche Preis“ ist im Nobel Peace Center im Stadtzentrum von Oslo zu sehen. Die umfangreiche Dokumentation holt nicht nur den Preisträger und das dramatische Geschehen um die Nominierung von Ossietzkys in das heutige Bewusstsein, sondern setzt sein mutiges Eintreten gegen Krieg und Gewalt auch in Zusammenhang mit aktuellen politischen Geschehnissen. Die Ausstellung ist bis zum 26.2.2017 täglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet.

Sitz des Nobel Peace Centers, das am 11. Juni 2005 eröffnet wurde, ist eines der schönsten Gebäude der Osloer Innenstadt: Der ehemalige Westbahnhof liegt in Sichtweite mitten zwischen dem markanten Rathaus Oslos und dem Geschäfts- und Vergnügungsviertel Aker Brygge am Oslofjord.

Das Nobel Peace Center ist eine norwegische Stiftung, die sich aus privaten und öffentlichen Geldern finanziert und anlässlich der Feiern zur 100-jährigen internationalen Souveränität Norwegens vom norwegischen Parlament ins Leben gerufen wurde. Die Stiftung informiert über den Friedensnobelpreis, die Preisträger und deren Arbeit sowie über aktuelle Konfliktherde auf der Welt und weltweiten Einsatz für den Frieden.

Weitere Informationen:
www.norwegen.no
www.nobelpeacecenter.org

Das könnte Sie auch interessieren

immer aktuell - tragen Sie sich in unseren Newsletter ein.

immer aktuell - tragen Sie sich in unseren Newsletter ein.

jede Woche positive Inspiration für Kultur, Freizeit und Urlaub.

vielen Dank, Sie haben sich erfolgreich in unserem Newsletter eingetragen.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner