29. Sep 2022 | Aktuell, Reisetipps

vom Walsergeist zum Wandern und Wintersport – Liechtenstein

Birgit M. Widmann

Gänglisee in Liechtenstein

Liechtenstein ist mit seinen 160 km2 der viertkleinste Staat Europas und der sechstkleinste der Welt. Das Fürstentum liegt eingebettet in den Alpen zwischen der Schweiz und Österreich und bietet rund 38’000 Einwohnern eine Heimat.

Erkunden Sie aktiv das Liechtensteiner Berggebiet. Während der Herbstsaison warten spannende Aktivitäten in Malbun, Steg und Triesenberg auf die grossen und kleinen Gäste.

Die Aktivitäten des Wochenprogramms richten sich je nach Aktivität sowohl an Erwachsene als auch an Kinder. Wir bitten zu beachten, dass bei einigen Programmpunkten eine vorherige Anmeldung nötig ist.

Herbstwochenprogramm
1. – 7. Oktober
8. – 14. Oktober
15.- 21. Oktober

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Fünfseenland Bayern Ammersee Starnberger See Hotel Kultur und Freizeitangebote, Tagungslocation und Events, bayerische Seen.

Dem Walser-Geist auf der Spur

Zahlreiche Standortvorteile, eine liberale, stabile Wirtschaftspolitik, ein Staatsoberhaupt, das Unternehmertum lebt, alles zentral mitten in Europa gelegen und als i-Tüpfelchen noch eine herrliche Landschaft dazu: Das ist einfach Liechtenstein.

Triesenberg ist ein traditionsbewusstes Bergdorf in Liechtenstein. Entstanden aus einer Walsersiedlung im 13./14. Jahrhundert, hat die Gemeinde über all die Jahre ihre Geschichte in Ehren gehalten. Doch in welchen Bereichen genau ist der alte Walser-Geist nach rund 700 Jahren noch deutlich spürbar?

Lange Jahre galten sie als dickköpfig, eigen und hart im Nehmen und zwar auf liebenswerte Art und Weise: die Triesenberger, die hoch über dem Liechtensteiner Hauptort Vaduz und der Nachbargemeinde Triesen hausen. Ob der Unterschied zum Rest der Landesbevölkerung heute tatsächlich noch so gross ist, sei mal dahin gestellt. Fest steht, dass die Triesenberger sehr stolz auf ihre Herkunft sind. Denn anders als jene Leute im Tal, zählt die Berggemeinde zu den direkten Nachkommen der Walser jenen Viehzüchtern und Bergbauern aus dem Wallis, die im 12. und 13. Jahrhundert ihre Heimat verlassen haben, um sich in alle Himmelsrichtungen zu zerstreuen. Die erste schriftliche Bezeugung von Walsern am Triesenberg findet sich in einer Urkunde von 1355, einem Schiedsspruch des gräflichen Ammanns, in dem ihnen ein Teil der Alpe Malbun zuerkannt wurde. Doch es wird angenommen, dass sie schon Ende des 13. Jahrhunderts in Liechtenstein sesshaft wurden.

Natürlich gibt es viel über die Geschichte der Walser und ihre Entwicklung in Triesenberg zu berichten. Im Folgenden soll aber vielmehr der Frage nachgegangen werden, in welchen Bereichen der Walser-Geist heute noch spürbar ist. Denn selbst wenn sich die Gemeinde mittlerweile zu einem beliebten Wohnort für alle Landesbewohner entwickelt hat, ist Triesenberg in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderer Fleck geblieben. Und der Zusammenhalt der Triesenberger untereinander ist stark wie eh und je.

Der kernige Walserdialekt

Was hat er gesagt?, fragt sich so mancher Besucher, wenn er mit einem Ur-Triesenberger spricht. Zu Recht. Wer sich den kernigen Walser-Dialekt nicht gewohnt ist, hat tatsächlich Mühe, ihn zu verstehen. Die Mundart unterscheidet sich deutlich von den Dialekten in den anderen Gemeinden und  zeichnet sich unter anderem durch ihren ungewöhnlichen Vokalreichtum sowie durch die Verschiebung des s zum sch oder ihre eigentümlichen Verkleinerungsformen aus. Da werden aus Mäusen Müüsch oder der Wald zum Waldi. Es ist den Triesenbergern als grosse Leistung anzuerkennen, dass es ihnen gelungen ist, ihre Sprache über so eine lange Zeit zu pflegen und nicht verwässern zu lassen. Und es ist durchaus eine Tatsache, dass die Mundart das bedeutendste gemeinsame Merkmal aller Walser ist. Sie stellt ein über 700 Jahre altes Bindeglied zwischen sämtlichen Walsersiedlungen im zentralen Alpenraum und dem Ursprungsland an der Rhône dar.

Masescha-Kapelle als Zeitzeuge

Die frühen Einwanderer aus dem Wallis besiedelten erst die höheren Lagen wie Masescha, bevor sie sich talabwärts ausbreiteten und die Weilersiedlung Triesenberg bildeten. Als Zeitzeuge der Anfangszeit der Walser steht noch heute die kleine Kapelle auf Masescha. Ihr Urbau wurde vermutlich kurz nach der Ankunft der Walser als sakraler Treffpunkt errichtet und spielte einen wichtigen Faktor für den Zusammenhalt des hart arbeitenden Volkes. Hier trafen sich die Menschen, um den Walserheiligen Theodul zu verehren und neue Kraft für künftige Taten zu schöpfen. Im 15. Jahrhunderts wurde diese Urkapelle wahrscheinlich um das sogenannte Schiff erweitert. Und seit dem 19. Jahrhundert gebot man dem einsetzenden Verfall Einhalt. Die Theodulsglocke, die aus einer Legende stammt, ist 1955 auch Bestandteil des Gemeindewappens geworden. Noch heute wird übrigens ganz wie in alten Zeiten der Walserheilige Theodul in der Kapelle auf Masescha verehrt.

Die Weilersiedlung

Wer heute durch Triesenberg spaziert, begegnet der alten Tradition praktisch auf Schritt und Tritt. Das Dorfbild ist geschichtlich gewachsen. Während für die frühen Walser Einzelhofsiedlungen in den höheren Lagen wie Masescha und Gnalp charakteristisch waren, breiteten sie sich später talwärts aus, wo sie die typische Streusiedlung mit Weilern wie Üenaboda, Rotaboda, Fromahus, Steinord, Wangerbärg und Litzi gründeten. Zwar ist die einst ausgeprägte Weilersiedlung durch die rege Bautätigkeit seit den 1950er Jahren mittlerweile  etwas zusammen gewachsen, aber einige Weiler wie zum Beispiel Profatscheng  haben ihren alten Charakter einer Streusiedlung bewahren können. Dies ist auch den Bemühungen der Denkmalpflege zu verdanken, die sich um die Erhaltung historischer Holzställe und Gebäude bemüht. Dazu gehört auch das 400 Jahre alte Walserhaus, das im Zentrum von Triesenberg steht und in dem die Wohnkultur des 19. Jahrhunderts noch heute für Interessierte erlebbar bleibt.

Walsertum zum Anfassen

Der Stolz auf die Herkunft führt dazu, dass die Gemeinde viel in das Andenken an ihre Geschichte investiert. So informiert das Triesenberger Heimatmuseum, zu welchem auch das 400 Jahre alte Walserhaus gehört, über Geschichte, Kultur und Brauchtum ihrer Vorahnen. Wer sich für die Sagen, Legenden und Geschichten des alten Volkes interessiert, kommt auf dem WalserSagenWeg voll auf seine Kosten. Wandernde begegnen hier bizarren Gestalten wie zum Beispiel dem Wildmannli oder dem Feuerroten Geissbock und erfahren, was es mit dem Nachtvolk auf sich hat.

 

Fürstliches Winterwunderland

Zahlreiche Standortvorteile, eine liberale, stabile Wirtschaftspolitik, ein Staatsoberhaupt, das Unternehmertum lebt, alles zentral mitten in Europa gelegen und als i-Tüpfelchen noch eine herrliche Landschaft dazu.

SKigebiet Malbun Liechtenstein

Sobald der erste Schnee die Landschaft überzuckert, verwandelt sich der kleine Bergort Malbun im Fürstentum Liechtenstein in ein fürstliches Winterparadies – fernab des Massentourismus. Das kleine Skigebiet Malbun liegt zwischen 1600 und 2000 m. ü. M. in einem romantischen Talkessel und wartet mit 23 Kilometer Skipisten für jedes Niveau auf. Das Wintersportgebiet gilt als schneesicher und ist überschaubar, was den Wintersportort besonders für Familien sehr attraktiv macht.

Glückliche Kinder, entspannte Eltern

Die Kleinheit des Liechtensteiner Skigebiets Malbun birgt gerade für Familien mit Kindern viele Vorteile: Die Hotels sind perfekt auf die Bedürfnisse von Familien abgestimmt, liegen direkt an der Piste und ermöglichen so den perfekten Skispass. Der Schweizer Tourismusverband hat das Skigebiet Malbun mit dem begehrten Gütesiegel „Family Destination“ ausgezeichnet. Es gibt keine langen Anfahrtswege, Warteschlangen oder die allseits gefürchtete übliche morgendliche Hektik. Aufgrund der guten Übersicht im Skigebiet Malbun können auch kleinere Kinder problemlos alleine unterwegs sein, die Hotels sind vom fast gesamten Pistennetz aus sichtbar. Die Kinder können gut gestärkt vom Frühstückstisch direkt zur Skischule und in den Schnee und die Eltern geniessen vom ersten Tag an den Urlaub in vollen Zügen, während die Kinder ihre Schwünge perfektionieren.

Olympischer Rekordhalter

Das Fürstentum Liechtenstein ist für vieles bekannt, selten jedoch für seine olympischen Erfolge. Das kleine Land zwischen Österreich und der Schweiz hält nämlich einen beachtlichen Rekord: kein anderes Land der Welt hat pro Einwohner so viele olympische Winter-Medaillen gewonnen wie Liechtenstein. Alle diese Medaillen wurden im Bereich des Ski Alpin eingefahren. Auch Marco „Büxi“ Büchel und Tina Weirather, beide mehrfache Ski-Weltcupsieger, haben im Liechtensteiner Skigebiet Malbun ihr Handwerk gelernt. Kurz gesagt: Die Pisten in Malbun sind ideal, um der Lust am „schönsten Sport der Welt“ zu frönen. Und wer weiss, vielleicht begegnet man während dem Pistenspass sogar dem einen oder anderen Skiweltcupsieger oder Olympiamedaillengewinner.

Malbun Schneeerlebnisse abseits der Piste

Wintererlebnisse abseits der Piste

Auch wer eine Alternative zum Skivergnügen sucht, ist im Fürstentum bestens aufgehoben. Die atemberaubend schöne Winterlandschaft in Malbun und Steg bietet allen Nicht-Skifahrern ein spannendes Angebot. Dazu zählen idyllische Winterspazierwege und Schneeschuh-Wanderungen, ein Lama- und Alpaka-Trekking mit Outdoor-Fondue, rasante Rodelstrecken, Eisklettern oder Eislaufen. Als „Geheimtipp“ gilt das nur einen Katzensprung von Malbun entfernt gelegene Langlaufmekka Steg/Valüna. Die 15 Kilometer bestens präparierten Langlaufloipen warten nur darauf, erobert zu werden – dank einer Beleuchtung, die jeder selbst einschalten kann, auch bei Nacht.

Der Liechtenstein-Weg

Zahlreiche Standortvorteile, eine liberale, stabile Wirtschaftspolitik, ein Staatsoberhaupt, das Unternehmertum lebt, alles zentral mitten in Europa gelegen und als i-Tüpfelchen noch eine herrliche Landschaft dazu: Das ist einfach Liechtenstein.

Wandern in Liechtenstein

Frau bleibt in Kurve stehen und schaut hinunter aufs Nebelmeer.

An einem verlängerten Wochenende ein ganzes Land durchwandern? In Liechtenstein kann man das machen und dabei in Ruhe die Sehenswürdigkeiten, herrlichen Ausblicke und spannenden Geschichten des kleinen Fürstentums geniessen.

Auf 75 Kilometern verbindet der Liechtenstein-Weg alle elf Gemeinden des Landes. Von Süden nach Norden führt er entlang idyllischer Weinberge, durch Naturschutzgebiete, zu alten Dorfkernen und geschichtsträchtigen Stätten. Ein Gepäcktransport sorgt dafür, dass Wanderer Liechtensteins Schönheit völlig unbeschwert geniessen können.

Auf ins fürstliche Wanderabenteuer!

Balzers, Liechtensteins südlichste Gemeinde, ist Startpunkt der Wanderung. Bevor es richtig losgeht, lohnt sich ein Abstecher zur Burg Gutenberg, die 70 Meter über dem Dorf thront. Schon bald schwingt sich der Weg steil hinauf ins Walserdorf Triesenberg, dessen Zentrum auf 900 Metern Höhe liegt. Beim abgelegenen Gehöft Profatscheng ist er höchste Punkt des Weges erreicht und es bietet sich ein fantastischer Blick auf das Rheintal. Aufschluss über die alten Sagen und Geschichten des Ortes geben hier die Tafeln entlang des WalserSagenWeges.

Weiter geht es zum Schloss Vaduz. Es ist das Wahrzeichen Liechtensteins und Wohnsitz der Fürstlichen Familie. Ein schmaler Weg schlängelt sich vom Schloss hinab in das verkehrsfreie Städtchen Vaduz. Über die Museumsmeile mit einer Reihe interessanter Museen führt die Wanderung in das Regierungsviertel von Liechtenstein. Die nächste Wegstation ist das Weingut der Fürstlichen Hofkellerei. Hier sollte man die Gelegenheit zu einer Weinprobe nutzen. In Schaan, dem nächsten Dorf der Route, lohnt sich ein Besuch in der Kaffeerösterei Demmel.

Route 66 - Liechtenstein

Frau blickt in Richtung Österreich im Sonnenuntergang.

Herrliche Weitblicke

Weiter geht’s bergauf nach Planken. Von Liechtensteins kleinster Gemeinde eröffnet sich ein weiterer herrlicher Panoramablick auf das Tal und die umliegenden Berge. Nun darf man bergab wandern in die Gemeinde Nendeln. Von dort führt die Wanderung durchs Ried nach Eschen, wo der Liechtenstein-Weg auf einem Teilstück des Historischen Höhenwegs verläuft. Nun ist es an der Zeit für ein genussvolles Wanderfinale. Eschens idyllische Weingüter laden zum Verweilen ein. In Bendern folgt man dem Rhein und gelangt so zum Badesee Grossabünt in Gamprin. Von dort geht es durch Wiesen und Wälder nach Ruggell. Liechtensteins nördlichste Gemeinde beherbergt ein Naturschutzgebeit mit einer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt, der man unbedingt Zeit und Aufmerksamkeit schenken sollte.

Grenzerfahrung

Es folgt ein kurzer Aufstieg nach Schellenberg. Von hier aus reicht der Blick an schönen Tagen bis zum Bodensee. Die österreichische Grenze ist schon nicht mehr weit entfernt und so führt die Wanderung nun stilecht über einen alten Schmugglerpfad ins Dorfzentrum von Mauren. In Schaanwald an der österreichischen Grenze ist es schliesslich vollbracht. Liechtenstein ist durchwandert – und verführt doch zu immer neuen Entdeckungsreisen.

Liechtenstein-Weg

Der Weg führt durch alle 11 Gemeinden Liechtensteins
Die Streckenlänge beträgt 75 Kilometer
Unterteilt in 12 Streckenabschnitte
Gepäcktransport verfügbar
App LIstory verfügbar im App Store und auf Google Play

Weiterführende Informationen:

Liechtenstein Marketing
Äulestrasse 30,
9490 Vaduz, Liechtenstein
+423 239 63 63
info@liechtenstein.li

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