BELLA FIGURA
Jiří Kyliáns Bella Figura aus dem Jahr 1995 beginnt unscheinbar, ganz nebenbei, während die Zuschauer:innen Platz nehmen. Fast wirkt es wie ein Üben vor dem großem Auftritt, unscheinbar leise und doch beeindruckend. Dieser Beginn spiegelt für mich den Common Ground wieder, was wir aus unserer Perspektive wahrnehmen sollten und wollen im Wiederspruch zu dem was wirklich ist. Wann beginnt eine Vorstellung, ein Leben? Ein Stück über das Leben zwischen Geburt und Tod: Bella Figura bedeutet sinnblldlich … trotz allem eine gute Figur machen. Kylián schuf sein Meisterwerk vor 25 Jahren anlässlich eines Zeitungsjubiläums.
Zum gedachten Beginn ist die Tänzerin Im Vorhang da, sogleich wieder verschwunden, trotz der Illusion, dass der Körper noch da ist. Giovanni Battista Pergolesis Stabat Mater dolorosá verwandelt zu Beginn die Bühne und den Tanz in einen sphärisch, mystisch angehauchten Sehnsuchtsort. Die Performance spricht die Gefühlswelt in vielen Facetten des Menschnlichsein an. Was ist hier wohl Wahrheit und was ist Lüge? Die Tänzerin macht auf alle Fälle einen sehr guten Eindruck.
Neun Tänzer:innen reisen für das Publikum durch Zeit, Raum und Licht. Zu unterschiedlichen Barockmusiken, unter anderem von Antonio Vivaldi und Giovanni Battista Pergolesi, gestaltet der Choreograph eine Parabel über Schönheit, Ästhetik und Verletzlichkeit, die das Publikum in einen Zustand der Kontemplation zu versetzen vermag. TänzerInnen, die sich wie Strandgras in knallroten Röcken im Wind wiegen, fließende Bewegungen auf festem Grund. Ein Erscheinen und Verschwinden von Menschen im Spiel der Vorhänge, der Bewegungen und Ausdrucksformen im kunstvoll gestalteten Raum zwischen Enge und Weite, Licht und Schatten. Am Ende brennt echtes Feuer und die Bühne beherrscht eindrucksvoller Tanz ohne Musik, eine unendliche Stille im Raum und ein Publikum konzentriert auf den puren Tanz lassen das Stück enden. Ein perfekter Pinselstrich, in dem sich alle Bedeutung konzentriert. Standing Ovations und brennende Bewunderung der Premieregäste für das Meisterwerk, perfekt angereiht in der Trilogie von Common Ground.
WEITERE TERMINE „COMMON GROUND“
Samstag, 28. März 2026, 19.30 Uhr
Sonntag, 29. März 2026, 19.30 Uhr
Donnerstag, 16. April 2026, 19.30 Uhr
Montag, 20. April 2026, 19.30 Uhr
Donnerstag, 23. April 2026, 19.30 Uhr
Samstag, 25. April 2026, 19.30 Uhr
DAS WEITERE BALLETTFESTWOCHENPROGRAMM
Neben den beiden Vorstellungen von Common Ground stehen bei der diesjährigen Ballettfestwoche jeweils um 19.30 Uhr die Werke La Sylphide, Illusionen – wie Schwanensee, Onegin und Waves and Circles mit dem Corps de ballet und den Solist:innen des Bayerischen Staatsballetts auf dem Programm:
Montag, 30.3.2026, Onegin
Mit: Osiel Gouneo und Ksenia Shevtsova
Dienstag, 31.3.2026, La Sylphide
Mit: Laurretta Summerscales und Jakob Feyferlik
Mittwoch, 1. April 20206, Waves and Circles
Mit: Osiel Gouneo in Boléro
Donnerstag, 2. April 2026, Illusionen – wie Schwanensee
Mit: Julian MacKay, Maria Baranova und Elisabeth Tonev
Samstag, 4. April 2026, Waves and Circles
Mit: Jakob Feyferlik in Boléro