Paul Klee. Der Poet des Blauen Reiter 26. März 2026 bis 26. November 2028
Am 1. Juli 2023, zum 30-jährigen Bestehen des Museums, übergab die KK-Stiftung Murnau dem Schloßmuseum Murnau seine Blaue Reiter-Sammlung als Dauerleihgabe. Die Werke, die aus dem engen Kontext der legendären Murnauer Malaufenthalte von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky zwischen 1908 und 1910 stammen und wie die Arbeiten von Franz Marc, August Macke, Heinrich Campendonk und Alfred Kubin unmittelbar in Beziehung zu den Ereignissen um die Redaktionssitzungen und die Herausgabe des Almanachs Der Blaue Reiter 1911 stehen, zählen zu den Hauptwerken des deutschen Expressionismus.
Diese Arbeiten werden nun in Dialog gesetzt zu dem Schaffen Paul Klees, der innerhalb der Künstler und Künstlerinnen des Blauen Reiter eine Sonderstellung einnimmt. Das Ehepaar, das seine Blaue Reiter-Sammlung in die KK-Stiftung überführt hat, stellt für diese Sonderschau zusätzlich ausgewählte Arbeiten aus seiner Paul Klee-Sammlung zur Verfügung. In der Gegenüberstellung mit Gemälden von August Macke, Robert Delaunay, Franz Marc, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter wird Klees enge Verbundenheit mit dem Künstlerkollektiv um den Blauen Reiter deutlich und seine Position zwischen Inspiration und künstlerischer Eigenheit nachvollziehbar.
Die Auswahl der Werke beleuchtet nahezu jede Entwicklungsphase im Schaffen von Paul Klee. Ihren Anfang nimmt die Ausstellung mit Klees Aquarell „Hamammet“, das 1914 während der gemeinsamen Tunesienreise mit August Macke und Louis Moilliet entstand, führt über die sogenannten zerschnittenen Werke wie Garten, 1918, und Schicksal-Stunde des Kaisers, 1922, hin zu den späteren Arbeiten wie Städtebild Graben, 1931, und Figur im Garten, 1937. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Paul Klee, Hamammet, 1914, Bleistift und Aquarell auf Büttenpapier auf Karton, KK-Privatsammlung
Paul Klee, Garten, 1918, Aquarell und Gouache auf Kupferdruckpapier, auf Karton, KK-Privatsammlung
In die Tiefe Greta Rief – Radierungen 17. Dezember 2026 bis 4. April 2027
Greta Rief setzt sich seit 1987 neben der Malerei mit der Welt der Radierung auseinander. Mit dem Titel „In die Tiefe“ thematisiert die Ausstellung zum einen die Technik des Tiefdrucks und gibt andererseits Einblick in die Vielfalt des grafischen Werks von Greta Rief. Schwerpunkt der Ausstellung ist ihre intensive Auseinandersetzung mit Themen und Motivserien.
In der Serie „Ein ganzes Jahr“, die die Zeitspanne von November 2024 bis November 2025 durchschreitet, sind die Eigenheiten der Monate in Beziehung zum persönlichen Erleben umgesetzt. In der vierteiligen Serie „Raunacht“ werden die Grenzen zur Anderswelt überschritten. Greta Riefs äußerst versierter Umgang mit der Radiernadel erfasst eine über das Thema hinausgehende Konzentration auf das Sichtbare und das Unsichtbare.
Greta Rief, Novembertag II, 2025, Radierung, Privatbesitz
Die fabelhaften Alben des Alfred Mayer (1869 –1932). Freund und Mäzen des Blauen Reiter
21. Mai bis 8. November 2026
Das Schloßmuseum Murnau erhielt 2015 und 2024 als Schenkung aus Privatsammlungen drei Gästebücher und ein Fotoalbum aus dem Nachlass des Blaue Reiter-Mäzens Alfred Mayer und seiner Tochter Eva.
Alfred Mayer (1860–1932) war der Sohn einer jüdischen Frankfurter Kaufmannsfamilie. Statt in das Familienunternehmen einzutreten, wandte er sich lieber dem Theater und der Kunst zu. 1886 ging er nach Berlin, wo er u. a. den Theaterregisseur Max Reinhardt kennenlernte. Als Kunstschriftsteller, Theaterkritiker und Sammler lebte er seit 1906 in München-Schwabing. Mayer war eng vernetzt mit den Künstlern des Blauen Reiter, so besaß er mehrere Werke von Alfred Kubin, Wassily Kandinsky, Paul Klee und Alexej von Jawlensky.
Auch das Kinder-Gästebuch von Mayers damals etwa zehnjähriger Tochter Eva sind von großer Bedeutung: In Evas Gästebuch haben sich die Künstler besondere Mühe gegeben: Gouachen, Zeichnungen und Aquarelle, u. a. von Marianne von Werefkin, Georg Schrimpf und Helmuth Macke, nehmen Bezug auf die Erlebniswelt des Kindes.
Dort finden sich auch Aufnahmen vieler Kunstschaffenden, wie der Puppenmacherin Hermine Moos mit der Unterkonstruktion für die Puppe, die sie für Oskar Kokoschka nach dem Vorbild Alma Mahlers fertigte, sowie noch unbekannte und zum großen Teil unveröffentlichte Fotografien, u. a. von Kandinsky, Werefkin und Jawlensky, Arthur Schnitzler, Lotte Pritzel.
Um diese vier Alben herum zeigt das Schloßmuseum Murnau eine Ausstellung über den Sammler und Mäzen, der beste Kontakte in viele Kreise der Münchner und Berliner Theater-, Literatur- und Kunstszene um 1900 hatte. Es ist das allererste Mal, dass die Person Alfred Mayer, seine Sammlung und seine Mäzenatenrolle erforscht wird. Für die Publikation schreiben Autoren aus den Bereichen Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte. Die begleitende Publikation wird gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung, München.
Alexej von Jawlensky, Porträt einer Frau, 1912 Aquarell auf Papier, Eintrag in Alfred Mayers Gästebuch, Schloßmuseum Murnau






