Die Fischerhochzeit in Tutzing am Starnberger See in Bayern, ist ein traditionelles Ereignis, das nur alle 5 Jahre stattfindet. Im Juli 2026 ist es wieder soweit.
Das traditionelle Programm der Fischerhochzeit am Starnberger See in Tutzing, Das historische Festspiel übermittelt den Flair der Fischerhochzeit zweier Fischerkinder zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Es erinnert daran, dass Tutzing am Starnberger See zu dieser Zeit ein kleines Fischerdorf war. Verfasst wurde das Historienspektakel im Jahr 1929 vom Tutzinger Heimatforscher Joseffranz Drummer.
Das Programm der Fischerhochzeit 2026 in Tutzing am Starnberger See
Mittwoch, 22.07.2026
Die Kinseher kimmt
Starten Sie mit einem bayerischen Kulturhighlight in die Festwoche der Fischerhochzeit Tutzing:
Schlagfertig, charmant und gnadenlos komisch: Luise Kinseher begeistert mit ihrem Best-of-Programm. Ein Abend voller Lachen, bei dem garantiert kein Auge trocken bleibt!
Zuvor spielt die Traubinger Blaskapelle.
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Donnerstag, 23.07.2026
LaBrassBanda Polka Party 2026
Barfuß, laut und mit jeder Menge Brass: LaBrassBanda bringt die Bühne zum Beben! Bayern trifft Brass, Polka trifft Party – hier wird getanzt, gesungen und gefeiert, bis die Trompeten glühen. Die perfekte Mischung aus Volksmusik, Funk und Rock – garantiert nichts für Sitzplätze!
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Freitag, 24.07.2026
Sašo Avsenik und seine Oberkrainer
Am dritten Abend der Festwoche zur Fischerhochzeit Tutzing erwartet die Besucher ein weiteres musikalisches Highlight:
Wenn diese Band spielt, bleibt kein Fuß still! Sašo Avsenik & seine Oberkrainer bringen beste Laune, fetzige Polkas und schwungvolle Walzer auf die Bühne – perfekt zum Mitsingen, Mitklatschen und Mittanzen. Ein Abend, der garantiert länger in Erinnerung bleibt als der letzte Ohrwurm!
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Samstag, 25.07.2026
Der große Polterabend
Der Auftakt zur Fischerhochzeit selber beginnt bereits am Samstag mit Hochzeitslader, Polterabend und Tanz im Festzelt. Außerdem feiern die Immergrün Schützen an diesem Tag ihr 100-jähriges bestehen.
| ab 08:00 Uhr | Hochzeitslader im Ortsmuseum |
| 17:30 Uhr | Polterabend beim "Gröberhof" (Guggerhof), dort anschließend Tanz auf der Hauptstraße |
| 19:00 Uhr |
Tanz im Festzelt mit:
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| 22:00 Uhr | Auftritt des Nachtwächters am "Gröberhof" |
Sonntag, 26.07.2026
Die traditionelle Tutzinger Fischerhochzeit
Die historische Fischerhochzeit in Tutzing am Starnberger See mit farbenprächtigem Umzug, kunstvoll gestalteten Festwägen, originalgetreuen Trachten und einem liebevoll inszenierten Hochzeitszeremoniell am See.
Musikalisch begleitet von WinTastad, klingt das Fest in gemütlicher Atmosphäre gegen Abend aus.
| 06:00 Uhr | Böllerschießen (unterhalb der ev. Kirche) |
| 08:30 Uhr | Empfang der Hochzeitsgäste vor dem "Gröberhof", Zug zum Dampfersteg zum Empfang der Braut |
| 10:30 Uhr | Gottesdienst in der St. Josephskirche, danach Zug zum Schloss |
| 11:30 Uhr | Trauungszeremonie im Schloss |
| ab 13:00 Uhr | Mittagessen für geladene Gäste und Besucher im Festzelt oder in den Tutzinger Gaststätten |
| 14:30 Uhr | Aufstellung zum Festzug |
| 15:00 Uhr | Festzug durch den Ort |
| 16:15 Uhr | Tänze im Festzelt |
| ab 17:30 Uhr | Brautverziehen |
| ab 19:00 Uhr | Abdanken im Festzelt |
Die Geschichte der Tutzinger Fischerhochzeit, verfasst vom Förderverein Tourismus in Tutzing. So liebevoll geschrieben, dass wir Ihnen diesen Text nicht vorenthalten möchten:
Da hat sich doch glatt der raffgierige und missgünstige Großgrundbesitzer Graf Vieregg, der immerhin dafür gesorgt hat, dass es ein wunderschönes Schloss, die heutige Evangelische Akademie Tutzing gibt, den Sohn Michael seines Hoffischers Gröber, der sauer war wegen der immer höheren Pachtauflagen, in den napoleonischen Krieg geschickt, wo er in den unendlichen Weiten des russischen Reichs verschwand und angeblich auch noch erfroren war.
Das Tragische daran ist, neben der Wut und Trauer des Vaters, dass der von ihm angebeteten, aber sich immer zierenden Fischertochter Veronika Bierbichler, Bierbichler kennt jeder Münchner, ist auf der anderen Seeseite in Ambach, einfiel: Auweia, eigentlich war er doch a recht a Netter, ich hab‘ gar nicht gemerkt, dass ich ihn eigentlich unsterblich liebe.
Im Normalfall wär’s das gewesen und schnell in Vergessenheit geraten. Aber weit gefehlt. Es wird jetzt richtig gut, so gut, dass man vermuten könnte, die Geschichte wäre erfunden.
Ein zerlumpter junger Mann hatte sich nämlich eines Tages zum Guggerhof geschleppt, zum Hoffischer Gröber. Keiner nahm von ihm Notiz, aber Sie können sich schon denken was kommt. Damals war es der Hund vom Gröber, dem es am Hof nicht unbedingt gut ging, der überzeugt war, dass Michael ab sofort für ein besseres Hundeleben sorgen würde. Ob das eintraf, ist nicht überliefert. Aber er hat ihn als Einziger, bewiesen durch heftiges Schwanzwedeln, erkannt.
Wie das bei aufregenden Neuigkeiten so ist, erfuhr Veronika am gleichen Tag in Ambach von einem Fischer davon und sie erkannte glasklar, dass sie aktiv werden müsse.
Und so ging es aus: Michael hat sie endlich gekriegt, der Graf war gar nicht so schlimm, sondern vertrug sich wieder mit seinem Pächter. Der Gröber dachte wohl, sich mit dem Grafen vertragen wäre nützlich und war auch zufrieden. Und als der Graf auch noch verkündete eine große Hochzeit auszutragen, war sogar Papa Bierbichler hoch erfreut. Brachte sie ihm doch endlich auch auf der Westseite des Sees, wo heutzutage die Reichen und Schönen verweilen, eine gute Aufmerksamkeit. Von da an war der Bierbichler eine beliebte Sommerfrische und Einkehr am See.
Damals gab es noch keine Seenschifffahrt im heutigen Sinn, die ‚Starnberg‘ war noch längt nicht in Planung. Also musste Veronika mit einem Ruderboot quer über den See gebracht werden. Und schon haben wir alle Zutaten für eine Feierlichkeit die zum Zwecke der Volksbelustigung und der Förderung des Tourismus, wert war, regelmäßig nachgespielt zu werden. In möglichst echt aussehenden Kostümen, schön geschmückten Ruderbooten, Pferden, Kutschen und mit viel bayerischer Musik und alten bis zeitgemäßen kulinarischen Köstlichkeiten im Überfluss. Reden werden auch gehalten natürlich. Und selbstverständlich stellt die Evangelische Akademie Tutzing das Schlossareal inklusive Balkon zur Verfügung. Wer nicht mehr reinpasst kann sich mit Public Viewing trösten. Die Schauspieler, vor allem das Brautpaar, wird immer aus dem Nachwuchs der echten Tutzinger Fischerfamilien, die es immer noch gibt, gecastet. Die Braut müsste eigentlich aus Ambach sein, da wird aber gemogelt. Wer es sein wird, ist noch ein Geheimnis.
Wer’s schon einmal erlebt hat, wird nicht umhin können zuzugeben, dass die beiden Tage des Festes, vom Polterabend bis zur Hochzeit, eine großartige Sache sind, wert mit unzähligen Fotos, Clips und Selfies auf Dauer festgehalten zu werden.
Und so läuft es ab:
Der Hochzeitlader hoch zu Ross ruft am Samstagabend die Hochzeit vor dem Guggerhof aus und die Hauptstraße mit vielen abwechslungsreichen Ständen und zahlreichen Möglichkeiten sich gemütlich mit Trank und Schmaus niederzulassen, wird zur Festmeile für einen richtigen Polterabend, nur selber bezahlen muss man. Trinken, Essen, Smalltalk, Tanzen, in dieser Reihenfolge, bis, ja genau, 24 Uhr. Dann nämlich kommt wie in alten Zeiten der Nachtwächter und sorgt ganz autoritär im Namen des Grafen für Ruhe. Und das ist gut für den Erhalt der Ausdauer, denn gleich morgens um 6 Uhr wird das Dorf durch Böllerschüsse geweckt.
Festlich und liebevoll hergerichtet, in der traditionellen Fischertracht, versammeln sich die Darsteller um den ‚Michi‘, wieder vor dem Guggerhof und ziehen, verfolgt von den Zuschauern, zum Dampfersteg, um die Veronika, ja die ‚Vroni‘, die mit der Familie in geschmückten Ruderbooten vom anderen Seeufer gefahren kommt, zu begrüßen. Im Spiel fährt sie natürlich heimlich in Tutzing los, meistens vom Bootsverleih Müller aus. Aber das sieht ja niemand. Wie es sich gehört, wird in der Kirche St. Joseph dann ein Gottesdienst gefeiert. Anschließend geht es, begleitet von Musikkapellen und Trachtenvereinen, zum Schloss in Tutzing, in der die Trauungszeremonie und das Mittagessen stattfindet. Wie erwähnt, kann man das auch mit Public Viewing erleben, wenn das Schloss zu voll wird. Ist vor allem dann zu empfehlen, wenn man das Eigentliche wirklich sehen will. Der nachmittägliche Umzug durch das Dorf mit vielen Trachtenvereinen, Pferdefuhrwerken und Musikkapellen aus dem nahen und fernen Oberbayern ist eine Augenweide für Liebhaber bayerischer Grundwerte und Traditionen. Ebenso, wie das abwechslungsreiche Programm mit Tanzaufführungen aller Art aus dem bayerischen Alpenraum bis in die Abendstunden. Dieses Spektakel sollte man sich nicht entgehen lassen.
Quelle und Copyright Text: Fischerhochzeit - Willkommen in Tutzing

















