Mooranwendungen: Bei einem Moorbad oder Moorheilbad vermischt man Wasser und Torf, erhitzt dies auf circa 38 – 48% Celsius und höher. Dieses Gemisch bringt man dann in Form von Bädern oder Packungen mit der Haut in Berührung. Der Schlamm hat durch seine Inhaltsstoffe die positive Wirkung eines langsamen Wärmeaustauschs. Dies begünstigt, dass die enthaltenen Wirkstoffe stetig und sehr tief in die  inneren Organen vordringen. Bei einer Anwendung von ca. 20 Minuten kann die Kerntemperatur im Körper um ca. 1 bis 2 Grad steigen. Ein  “künstliches Fieber” entsteht, welches die Selbsheilungskräfte aktiviert.

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Bei vielen Krankheiten wirkt die Behandlung positiv.  Die Heilbäder-Region Ammergauer Alpen veröffentlichte im Jahre 2005 eine wissenschaftliche Studie ihres Bergkiefernhochmoores. Diese Studie weist nach, dass verschiedene Substanzen des Badetorfs bei der Anwendung durch die Haut in den Organismus gelangen. Kurarzt Stephan Lauter aus Bad Kohlgrub erklärt dies so: “Die speziellen Wirkstoffe des Moores durchdringen die Haut und lösen eine Ausschüttung von körpereigenen Hormonen aus”. Diese Substanzen wirken sich unter anderem hormonregulierend aus. In Kombination mit der Wäremewirkung des Moores  lässt sich daraus bereits eine wissenschaftliche Erklärung der positiven Wirkung einer Moortherapie ableiten. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch schlecht durchblutete Körperregionen intensiv durchwärmen.  Wie bei vielen alternativen Heilmethoden spielt auch hier die Aktivierung der Selbstheilungskräfte eine große Rolle.

Ein weiterer Begleiteffekt der Mooranwendungen ist die positive Wirkung auf die Haut. Die Wirkstoffe stimulieren, fördern die Durchblutung, hemmen Entzündungen und pflegen, was die Haut wieder straff und geschmeidig wirken lässt. Die stark entwässernde Wirkung des Moorbads wird auch gerne bei Cellulitis angewandt.

Neben der äusseren gibt es auch eine innere Anwendung. Hierfür wird frisches Wasser durch den Schlamm geleitet, um so die pflanzlichen Wirkstoffe aus dem Torf zu filtern.  Die Anwendung erfolgt in einer Art Trinkkur. Für Frauenleiden entwickelte man eine intravaginale Anwendug: Torftampons, die man über die Scheide in den Körper eingeführt. Man berichtet über  positive Ergebnisse bei Kinderwunsch, Frauenleiden und in der Menopause.

Huminstoffe sind eines der Geheimnisse im Moor.

Die Gruppe der Huminstoffe bindet aufgrund ihrer Bauart Schadstoffe an sich. Abgestorbene Epithelzellen, Keime und Viren haben weniger Chancen, sich zu vermehren. Die Bildung neuer Haut- und Schleimhautmikroflora wird gefördert und unterstützt. Man sagt ihnen auch eine bakterio- und virostatische Wirkung nach. Huminstoffe wirken positiv auf die Lymphe und stärken das Immunsystem im Unterschleimhautbindegewebe.

Die Huminstoffe sind auch aufgrund ihrer Bauart und Verkapselung bei Trockenheit dafür verantwortlich, dass ausgetrocknete Moore nicht mehr oder nur schwer reaktiviert werden können.

Weiter biologische Wirkstoffe im Torf sind beispielsweise biogene, polysachariden und lipide Stoffe.

Empfohlen wird die begleitende Anwendung von Moorbädern bei

Arthrose, gynakologischen Erkrankungen,  Kinderwunsch, Morbus Bechterew, Osteoporose,  Rheuma Wechseljahrbeschwerden

Von Mooranwendung abgeraten wird bei

Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Herz-Kreislaufbeschwerden, Krebserkrankungen, sensibler und empfindlicher Haut, bei nässenden Ekzemen und großen Hautverletzungen, Schwangerschaft

Neben all diesen Krankheitsbildern zählt noch ein wichtiger Punkt der Moorbehandlung: Sie wirken entspannend und regenerativ auf die Nerven. In Verbindung mit schönen Erlebnissen in der Natur sind sie eine schöne Ergänzung für einen entspannten Urlaub.

Bei Fragen zur Anwendung richten Sie sich bitte an ihren behandelnden Arzt.
Dieser Bericht stellt keine ärztliche Beratung dar und ist frei recherchiert. Er darf keinesfalls als Ersatz für eine ärztliche Beratung gesehen werden!

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