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An der diesjährigen Stunde der Wintervögel haben sich erneut mehr als 100.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde beteiligt. Bis kommenden Dienstag (15.) können noch Beobachtungen online gemeldet werden.

Auf den ersten Blick entsprechen die bisherigen Ergebnisse den Erwartungen der NABU-Experten. Der europaweit sehr milde Winter sorgt dafür dass weniger Wintervögel aus dem Norden und Osten Europas nach Deutschland kommen. Gleichzeitig ist ein größerer Anteil der nur teilweise wegziehenden Vögel in Deutschland geblieben. So wurden mehr Stare, Ringeltauben, Heckenbraunellen und Rotkehlchen gesichtet. Außerdem finden viele Waldvögel auch außerhalb der Gärten, in den schneefreien Wäldern, noch gut Nahrung und sind deshalb nicht auf die Futterstellen in den Gärten angewiesen. So wurden dieses Jahr deutlich weniger typische Futterhausbesucher wie Meisen, Kleiber, Eichelhäher, Buntspechte oder Gimpel beobachtet. Unter den fünf am häufigsten registrierten Wintervögeln gab es im Vergleich zum Vorjahr keinerlei Veränderungen: Es führt der Haussperling mit 6,4 Vögeln pro Garten vor Kohlmeise, Blaumeise, Feldsperling und Amsel.

Über die Jahre recht konstante Wintervogelbestände

Insgesamt erscheinen die Winterbestände der Vögel im Siedlungsraum bisher seit 2011 mehr oder weniger stabil und heben sich damit erfreulich von der Bestandsentwicklung im landwirtschaftlichen Raum ab, wo es überwiegend Abnahmen gibt. Mit Amsel und Grünfink gibt es aber auch im Siedlungsraum zwei klare Sorgenkinder.

Schlechte Nachrichten gibt es von der Amsel.

Bundesweit nur 2,75 Amseln je Garten wurden gezählt. Das sind rund 12% weniger als im Vorjahr. Der trockene Juli war schlecht für das Überleben der Jungvögel. Denn während dieser Zeit konnten sie keine Regenwürmer finden. Dagegen sollte jedoch ein milder Winter bei diesem Teilzieher für größere Anzahlen verweilender Amseln sprechen.

Daher vermuten die NABU-Experten, dass die im Sommer grassierende Usutu-Epidemie Grund für den Rückgang der Amseln ist. Das Virus trat erstmals fast deutschlandweit auf. Darauf weisen insbesondere die Zahlen aus der Hansestadt Hamburg hin, von wo 2018 die meisten toten Amseln gemeldet worden waren: Dort beträgt der Verlust gegenüber dem Vorjahr 40 Prozent. Wissenschaftler des NABU und des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg hatten bereits 2017 nachgewiesen, dass Amselbestände in Regionen mit Usutu-Ausbrüchen stärker zurückgehen als anderswo.

Der insgesamt bisher am deutlichsten zurückgehenden Wintervogel ist der Grünfink. Seine Bestände nehmen seit 2011 um im Mittel über 13 Prozent jährlich ab. Diese Art ist sehr standorttreu, so dass Zu- und Wegzug bei diesen Finken keine Rolle spielen. In diesem Jahr gibt es zumindest eine gute Nachricht: Mit 1,31 Vögeln pro Garten bleibt dieser Art im Zwischenergebnis ein neuer Negativrekord erspart. Denn zwei Jahre zuvor waren es 1,29.

Genauer hingeschaut: Star, Erlenzeisig und Spatz

Die Experten des NABU vermuten neben Veränderungen in der Landwirtschaft, die immer weniger Erntereste und Wildblumensamen für den Grünfink bereit hält, eine Infektion mit einem einzelligen Parasiten (Trichomoniasis), der insbesondere an sommerlichen Vogelfutterstellen verbreitet wird und besonders Grünfinken befällt, als Hauptursache dieses anhaltenden Rückgangs.

Weitere Details finden Sie auf der Webseite www.stundederwintervoegel.de

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