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Die Region um München bietet besondere Museen in Bayern. Über 1.350 kunst- und kulturhistorische Museen, Burgen und Schlösser sowie archäologische Sammlungen, Museen der Technik- und Industriegeschichte zeigen die Geschichte der Regionen.

Die Landesstelle für nichtstaatliche Museen in München unterstützt und berät diese Einrichtungen bei der Neuplanung, Innen- und Aussenarchitektur sowie allen weiteren Fragen des Museumsalltags. Drei dieser besonderen Museen möchte ich Ihnen nachfolgend vorstellen:

In Penzberg – ein besonderes Museum der früheren Bergbaustadt

Den Reichtum und die gute Anbindung an München verdankt die Stadt Penzberg dem Kohlebau. Bereits im Jahre 1796 wurde in Penzberg mit kurfürstlichem Privileg geschürft. Erst nach der Sakularisation im Jahre 1803 war ein weiterer Ausbau dieses Industriezweiges möglich, stand die Natur unter dem Schutz des Klosters Benediktbeuern. Mit dem Bau der Eisenbahn im Jahre 1864 begann dann die Blütezeit des Bergbaus. Neben dem Bergbaumuseum in Penzberg gestaltete die Knappenschaft ehrenamtlich auch einen Bergbau-Rundweg durch Penzberg. An 13 Stationen wird aufgezeigt, wo sich früher die Schächte und Häuser befanden. Mit der Einstellung des Kohlebergbaus im Jahre 1966 änderte sich das Stadtbild und so wurden viele Gebäude und Bauten verändert oder sind völlig verschwunden.  Originalschächte gibt es nicht mehr. Doch auch hier war der Verein fleißig. Ehrenamtlich bauten sie unter der Realschule der Stadt einen Stollenlandschaft nach, die angeblich größer ist, als man sie im Deutschen Museum in München besichtigen kann.

Bergbaumuseum Penzberg

Entstanden ist das Museum durch das ehrenamtliche Engagement ders Bergknappenerein Penzberg e.V.  Den Bergleuten lag es am Herzen, diesen wichtigen geschichtlichen Fakten der Region für die Nachwelt zu erhalten. Insbesondere dem letzten Direktor des Bergwerks Karl Balthasar, war es bei Schliessung der Bergwerke im Jahre 1966 wichtig, die bergmännische Tradition tortz der Schließung des Betriebes lebendig zu halten. Für die Bergleute wollte er einen Ort zum Bewahren der Tradition und zur Erinnerung an ihr Berufsleben unter Tage. Das Museum wurde 2011 an die Stadt Penzberg übergeben. Seither änderte sich das Aussehen und die Ausrichtung. Nach einjähriger Umbauten wurde das umgestaltete Museum am 28.06.2013 neu eröffnet. Die originalgetreuen Streckenausbauten wurden von den Bergleuten des Vereins der Realität nachempfunden und bilden das Kernstück der Ausstellung. So findet man Hunten (Förderwägen), Signalstationen, Blindschächte. Große Originalfotos zeigen den damaligen Arbeitsalltag. Computeranimationen erklären die Entstehung der Kohle und deren Abbau. Unterstützt wird das Konzept mit mehrspachigen Führungen für Groß und Klein, für Schulklassen von Schülern mit kostenlosem Audioguide und wechselnden Sonderausstellungen. Im Museum selbst ist WLAN verfügbar und die Betreiber freuen sich über Besucher, die ihre Eindrücke auf Blogs und im Internet weitergeben.

Der Audioguide ist ein ganz besonderes Zeitdokument. Gemeinsam mit der Stiftung Zuhören des Bayerischen Rundfunks und Patenkindern der verschiedenen Penzberger Schulen entstanden Interviews mit ehemaligen Bergleuten, so dass diese authentischen Stimmen als Zeitdokument festgehalten werden können.

Bergwerksmuseum Penzberg
Karlstraße 36 RGB Realschule
Telefon 08856 813 481
www.bergwerksmuseum-penzberg.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag, Samstag und Sonntag jeweils von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Weitere Stationen zum Thema Bergbau in der Region:

Bergbaumuseum und Rundweg Peißenberg, Bergbaurundweg Peiting, Berbaumuseum Hausham

Das Stadtmuseum penzberg

Doch nicht nur Bergbau sondern auch die Kunst prägten Penzberg

Das Konzept des neuen Museums Penzberg, welches im Juni 2016 seine Pforten öffnete, ist eine Besichtigung wert. Architektonisch wurde ein altes Bergbauerhaus um einen modernen, Anbau erweitert. Dieser Kontrast ist von Architekt Thomas Grubert gewollt – denn dadurch wird das “Alte” hervorgehoben in einer Sprache, die mit den Elementen des Bergbaus arbeitet. Die Klinkerfassade erinnert an den Kohleabbau, die Gestaltung ohne Fenster zeigt zum Einen die Arbeitswelt unter Tage, zum anderen sorgt dies für optimale Bedingungen in den Ausstellungsräumen. Das Foyer bildet die Verbindung zwischen den beiden Elementen. Fotovoltaik und ausgetüftelte Belüftung für Kühlung und Heizung in den Fussleisten der Räume versprechen eine kostenbewusste Betrieb des Gebäudes.

Den Künstler und Expressionisten Kampendong (1889-1957)  verschlug es im Jahre 1911 nach Penzberg, Das jüngste Mitglied der Künstlergruppe Blaue Reiter. Der Ort inspirierte ihn zu 25 Bildern, die heute als Zeitdokument der damaligen Epoche gelten. Die Ausstellung im neuen Anbau des Stadtmuseum zeigt seine Werke und lässt gut erkennen, wie sich die Freundschaft zu Franz Marc und der Verlust seines Freundes sich auf seine Kunst auswirkten.

Im alten Teil des Museums findet man die Zeitgeschichte Penzbergs, damals und heute. Im Dachgeschoß des Hauses erinnert eine Installation an die Penzberger Mordnacht.

Museum Penzberg
Sammlung Campendong
Am Museum 1
82377 Penzberg
Tel.: +49 (0)8856 / 813 481
museum@penzberg.de

Öffnungszeiten:
Mi – So 10 – 17 Uhr
Do 10 – 20 Uhr

Öffentliche Führungen
Do 16 Uhr
So 11 Uhr

Museum Stadt Geretsried

Museum der Stadt Geretsried … die einfach andere Geschichte

Die Stadt Geretsried ist erst 50 Jahre jung. Entstanden ist sie durch die Ansiedlung von Flüchtlingen während des zweiten Weltkrieges. Diesem Thema widmet sich das Museum der Stadt in seinem Neukonzeption. Es geht bei der Ausstellung um die Rüstungsbetriebe, die als Schokoladenfabrik getarnt im Wald vor Wolfratshausen entstanden, um den zweiten Weltkrieg und ihre Flüchtlinge in Bayern; es zeigt Mitgebrachtes aus der Heimat von Sudetenland, Donauschwaben, Schlesien und Siebenbürgen und lässt uns – auch zeitaktuell – nachspüren, was Flucht und Vertreibung bedeuten können. Ein interessant gestaltes Konzept. Im Eingang zeigt eine große Übersichtskarte die Gebiete, in denen bis zum Ende des zweiten Weltkrieges Deutsche lebten und die von dort flüchten mussten oder vertrieben wurden. Es folgt ein kurzer historischer Rückblick auf die Schwaige Geretsried, die durch kahle Baumstämme visualisiert wird. In den 1930iger Jahren wurden hier die Betriebe Dynamit Aktiengesellschaft – Fabrik zur Verwertung chemischer Stoffe – und die Deutsche Sprengchemie gebaut. Filme und Fotos im Museum vermitteln die Ursache und Wirkung. Was danach folgte war das Potsdamer Abkommen und die Vertreibung. Ein langer untemperierter leicht ansteigender Flur führt den Besucher auf den Weg in das Ungewisse. Es folgen im Haupthaus die Themen der Ankunft in Geretsried mit dem Lager- und Barackenleben. Nach einem chronologischem Schnitt wird in die alte Heimat zurückgeblickt: Welches Können, welche Fertigkeiten und welches Wissen brachten die Flüchtlinge nach Bayern?

 

Museum Geretsried
Graslitzer Straße 1
D-82538 Geretsried
www.geretsried.de
Telefon 08171 629 827

Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Sonntag 14.00 bis 16.00 Uhr
Donnerstag 17.00 bis 19.00 Uhr

 

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Carl Orff Museum Diessen am Ammersee

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