fuenfseen TALK Gina Feder Galerie & Art-Hotel Murnau

von | 23 Mai 2023 | Personen

Das Galerie & Art-Hotel in Murnau am Staffelsee ist ein ganz besonderer Ort. Hier treffen Herzenswärme, Kunst und Natur in einer einzigartigen Symbiose aufeinander. Traumhafter kann Urlaub nicht sein.

Wir haben mit der Künstlerin und Hotelinhaberin Gina Feder persönlich gesprochen.

Galerie & Arthotel Murnau am Staffelsee

Ihre Ausstellung im Rahmen der Ateliertage trägt den Titel „Goldene Zeiten“, was möchten Sie vermitteln?

Das ist ein Gesellschaftsthema. Die Gesellschaft bemüht sich um Selbstoptimierung im Sinne von höher, schneller, weiter … , mir geht es um etwas anderes. Goldene Zeiten sind immer da, egal welche Krisen gerade die Welt bedrohen. Betrachtet man die Geschichte der Menschheit, so gab und gibt es nie Zeiten ohne Katastrophen. Und genau in diesem liegt das Geheimnis der „Goldenen Zeiten“. Denn, jeder kann goldene Zeiten immer erleben. Es kommt auf die innere Haltung und den richtigen Blick auf das eigene Leben an. Ich lese gerade das Buch von Dalai Lama und Desmond Tuto – „Das Buch der Freude“. Innere Freude bzw. Goldene Zeiten entsteht da, wo man sich dem Anderen zuwendet. Bereits ein Lächeln ist ein erster Ansatz.

Woher schöpfen Sie Ihre Inspiration zur Kunst?

Ein Kunstwerk zu schaffen, ist ein langer Prozeß. Manche sagen, malen würde entspannen – das stimmt nur bedingt. Der Schaffensprozess bedeutet viel geistige Beschäftigung und körperliche Anstrengung. Wenn ich nach langen Überlegungen und Visualisierungen beginne, verwerfe ich Schritt für Schritt möglicherweise erste Ideen und gehe mit der Inspiration weiter. Das Gesamtwerk bedeutet, dass es sich in ständigen Wandlung befunden hat. Irgendwann kommt der Punkt, an dem es sich verdichtet und letzlich vollendet. Das erfordert einen klaren Kopf.  Die Herausforderung besteht darin, weiterzuarbeiten, dranzubleiben und selbstkritisch die Arbeit zu betrachten. Nicht jedes Werk wird ein großer Wurf.

Wie haben Sie sich als Künstlerin entdeckt?

Bereits als Kind war ich von Kunst umgeben. Mein Vater war Arzt und Naturwissenschaftler. In der Internatsschule schloss er verschiedene Gesellenbriefe im Handwerk ab, beispielsweise Schlosser, Bootsbauer, Segelmacher, Schreiner, Buchbinder, später studierte er Medizin.  Er designte und baute die Möbel für die Wohnung selbst in seiner Werkstatt. Mein Onkel, der im gleichen Haushalt lebte, war Architekt und Kunstmaler. Meine ältere Schwester wollte Bildhauerin werden. Sie  machte eine Ausbildung als Schaufenstergestalterin und Innendekorateurin. Ihren Kreationen schaute ich einiges ab. Umgeben von so viel Schaffenskraft, wurde meine Kreativität sehr gefördert. Als Kind dekorierte ich wöchentlich mein Zimmer neu, mit einer Kindernähmaschine übte ich das Nähen, das ich von meiner Mutter und Schwester lernte. Die Kindernähmaschine landete schnell in der Ecke und ich arbeitete an der großen Singer. Beim Modeschöpfer Böhme jobte ih während meines Abiturs. Obwohl ich keine Schneiderausbildung hatte, vertrauten sie mir komplizierte Arbeiten an. Ich habe dort auch die Schaufenster dekoriert und Kunden beraten. Eigentlich habe ich fast alles gemacht. Ich konnte es kaum selbst glauben, welch hohes Vertrauen Böhme zu mir hatte. Jeden Tag war ständig dabei, etwas zu schnitzen, bemalen, dekorieren oder umzugestalten. Es musste etwas Kreatives entstehen.

Ich erinnere mich auch, dass ich meinen Eltern jeden Abend  ein kleines, selbstgemachtes Geschenk unter ihr Kopfkissen legte.

Unser Garten in Leverkusen mit über 2.000 Pflanzen war eine Inspiration durch die Natur, in dem ich viele Stunden meiner Kindheit verbrachte.

Nach dem Abitur ging ich nach München und begegnete meiner damals großen Liebe. Er studierte Innenarchitektur und Möbeldesign. Das trieb meine Kreativität noch weiter an. Meine Münchner Altbauwohnung war 22 Jahre lang der Inbegriff einer besonderen Künstlerwohnung. Sie wurde sogar abgebildet in der Zeitschrift Schöner Wohnen.

Kunst war und ist für mich eine wichtige Komponente meines Lebens. So  wird bzw. ist man Künstlerin.

Wie kamen Sie nach Murnau und als Künstlerin zu Ihrem Galerie & Art-Hotel Am Eichholz?

Mit dem Abschluss des Staatsexamens und der Referendarzeit in drei Fächern begann ich 1975 als Beamtin im Lehramt in München. 1990  gründete ich neben der Lahrtätigkeit gemeinsam mit meinem damaligen Lebenspartner und einer Freundin eine eigene Produzentengalerie in München Bogenhausen namens „Galerie Aquarello“.  Meine Eltern waren zu dieser Zeit bereits seit 1970 in Murnau ansässig und betrieben neben einer Arztpraxis für Allgemeinmedizin mein Großelternhaus – das heutige Galerie & Art-Hotel – als Sanatorium mit Vollverpflegung und ärztlicher Betreuung für Kurpatienten.  Kuraufenthalte waren damals in dieser Region noch sehr gefragt.

Eines Tages im Jahr 1992 bat mich mein Vater zu einem Familiengespräch , das mein Leben komplett ändern sollte. Er eröffnete mir, dass er zum Jahresende 1992 84jährig seine Praxis schließen würde und wahrscheinlich nur noch ein halbes Jahr zu leben habe. Seine Frage war: „Hast Du eine Idee für das Haus in Murnau?“ Es war Mitte Juni und nur noch ein paar Tage Frist, um eine Beurlaubung für meinen Schuldienst einzureichen . In diesen wenigen Tagen hatte ich kaum die Möglichkeit, über mein weiteres Schicksal tiefgründig nachzudenken. So entschloss ich mich, mit meinem damaligen Lebenspartner nach Murnau zu ziehen und mich um meine Eltern zu kümmern und den Betrieb des Kurgästehauses bis zum Jahresende aufrecht zu halten.

Daraus entstand das Hotelkonzept?

Im Januar 1993 war die Arztpraxis meines Vaters geschlossen und ich hatte plötzlich den Status einer Unternehmerin für ein völlig neues Konzept mit dem Namen „Galerie & Art-Hotel“ für das im Jahr 1919 von meinen Großeltern erbaute Haus. Fakt war damals:  ein altes Haus, eingerichtet mit Bauernmöbeln und sehr „clean“ gehaltenen, medizinischen Zimmern und Bädern. Das entsprach in keinerlei Weise meinen ästhetischen Vorstellungen für mein Vorhaben.  Kurgäste spielten keine Rolle mehr und die Ansprüche touristischer Art kannte ich nicht, da vieles in Murnau noch in den Kinderschuhen steckte und das Internet mit Booking.com u.a. noch nicht geboren war. Neben der 14-jährigen Pflege meines Vaters, meiner Großmutter und meiner Mutter standen Renovierungs-, Reparatur- und Umgestaltungsarbeiten an, um einen einladenden Ort für touristische und galeristische Zwecke zu schaffen.

Haben Sie das alles alleine geschafft?

Erst einmal ja. Doch manchmal sind Probleme eine Wende im Schicksal. Das Bambussterben im Garten bedurfte einer Beratung. So rief ich 1997 Alexander, meinen jetzigen Mann an , der mich als Landschaftsarchitekt für den parkähnlichen Garten beraten sollte. Aus dieser Beratung wurde nach seinen eigenen Worten eine Art „Lebensaufgabe“, mit der er neben Gartenpflege, Küche und Einkauf bis jetzt beschäftigt ist und wir beide mit unseren Interessen und Schwerpunkten eine glückliche Verbindung leben.

Galerie & Art-Hotel Am Eichholz ist neben Ihrer Galerie ein wahrer Ort für Inspiration geworden. Welche Gäste sprechen Sie an?

Zu unseren Gästen zählen viele Kunst- und Kulturinteressierte sowie Menschen, die die Natur rund um Murnau zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto erkunden. Natürlich freuen wir uns über alle, die Erholung und Inspiration suchen und unseren nicht alltäglichen Ort schätzen. Für Familienfeste und Seminare bieten wir unser Glashaus an. Allerdings muss man dann das komplette Haus inklusive unserer 5 Zimmer mieten. Mehrmals in der Woche servieren wir ein 3-Gang-Menü für unsere Gäste und bewirten auch angemeldete Gäste oder Gruppen von außerhalb.

Intensive Erfahrung in Gastronomie und Galerie bot auch unser 10-jähriges Unternehmen „ Seidlstrasse 4 Galerie & Cantina“ von 2005 – 2015 mit internationalen Künstlern und mediterraner Küche, ein wahrer Hotspot in Murnau, dem viele heute noch nachtrauern.

Was ist Ihr ganz persönlicher Wunsch?

Dass jeder Mensch seine eigenen „Goldenen Zeiten“ täglich aufs Neue leben und so aus dem Schatten des Alltags treten kann.

I

Galerie & Art-Hotel Am Eichholz

Gina Feder
Am Eichholz 21
82418 Murnau am Staffelsee

Telefon: 08841 5863
E-Mail: mail@ameichholz.de
Internet: www.ameichholz.de

Fotos und Interviewpartner: Birgit M. Widmann

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