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Die Frauenkirche in München – genau um 12 Uhr mittags mit perfekter Sonne im Hintergrund.

Wussten Sie, dass die Kirchspitzen der Frauenkirche … die Kirche zu unserer Liaben Frau – eigentlich nur ein Provisorium sind? Dieses aber so gut ausgeführt wurde, dass es dabei blieb. Und dass es vor dem jetzigen Bau eine lange Geschichte bis zur Entstehung der jetzigen Kirche – dem Wahrzeichen Münchens gab?

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Die erste Frauenkirche

Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern zerstörte im Jahre 1158 die kostenpflichtige Brücke über die Isar, die dem Bischof zu Freising gehörte. Der Bischof verlegte daraufhin den Übergang in seine Ländereien in eine kleine Siedlungs namens Munichen. Als erste Kirche wurde St. Peter mit allen Pfarrechten gebaut. 1240 bekam Konrad I die Herrschaft über München, nachdem der Bischof von Freising seine Macht verlor. Unter den Wittelsbachern wurde die erste Kirche zu unserer Lieben Frau errichtet, die, wie die noch vorhandenen Mauerreste um die heutige Kirche zeigen – einiges größer war als der jetzige Bau. Die dreischiffige spätromanische Basilika mit Doppelturmfront wurde im 14. Jahrhundert um einen Chorbau erweitert. Die Jahre “arbeiteten an der Kirche” und es war Renovierung oder Neubau angesagt. 1468 legte man unter der Leitung von “Meister Jörg, Maurer aus Halspach” den Grundstein für die neue Kirche, denn die Kirche sollte in Ziegelbau ausgeführt werden. In nur 20 Jahren wurde die gigantische Kirche errichtet. Die heutige Frauenkirche wurde als dreischiffige Hallenkirche angelegt.

Vermutlich wollte der Bauherr ein “himmlisches Jerusalem” schaffen und die Türme mit Zwiebelhauben krönen, so wie sie im Felsendom in Jerusalem ausgeführt sind. Jörg von Halspach verstarb vor Fertigstellung und der Landshuter Erbfolgekrieg machte die Umsetzung erst im Jahre 1525 möglich. So entstand das Wahrzeichen der Landeshauptstadt München erst lange nach Bau der eigentlichen Kirche.
Der Innenraum der Frauenkirche verschränkt sich in Form und Raum, wie es zur damaligen Zeit modern war. Wer zum Hauptportal der Kirche tritt, sieht keine Fenster, sondern nur ein Leuchten der Pfeiler, erst bei weiterem Hineingehen in die Kirche entdeckt man die Fensterfronten.

Hierzu gibt es auch eine Sage vom Fußabdruck des Teufels:

Angeblich hatte der Baumeister der Frauenkirche mit dem Teufel einen Pakt geschlossen. So half er mit beim Bau der Kirche. Als Lohn bekam er das Versprechen, die erste Seele eines Gläubigen zu bekommen, der die Kirche betritt. Als die Kirche fertig war, ging er zum Baumeister und wollte seinen Lohn abholen. Der Baumeister schimpfte den Teufel, da er angeblich vergessen hatte, Fenster in die Kirche einzubauen. Der Teufel überzeugte sich daraufhin selbst davon und stapfte vor Wut über seine Nachlässigkeit auf den Boden. Diesen Fußabdruck kann man heute noch sehen. Später entdeckte er von aussen, dass es doch Fenster gibt. Darüber wurde er noch mehr wütend und lässt er bis heute starke Winde um die Kirche wehen.

Der Bennobogen in der Kirche wurde im Jahre 1599 von Hans Krupper errichtet. Dieser lenkte den Blick auf das Bild der Maria Himmelfahrt von Peter Candid im Hochaltar. Der Bennobogen erhielt nach dem Jahre 1622 noch die weitere Bedeutung für die Glaubenstreue des bayerischen Regentenhauses. Das Wittelsbacher Kenothaph wurde durch Hans Krumper unter dem Bogen aufgestellt.

Im 19. Jahrhundert fand man, dass Barock und Renaissance profan wären und die damals zum Dom erhobene Kirche wäre diesem Stile nicht würdig. So wurde ab 1821 der Bennobogen aus der Kirche entfernt, das Kenotaph aus dem Chor genommen und nach hinten versetzt. Das von Erasmus Grasser errichtete Chorgestühl wurde erneut umgebaut und alle Wände und Säulen gelblich und tonfarben gestrichen. Die Gewölbedecke erhielt einen Sternenhimmel. 1932 entschloss man sich im Rahmen einer Renovierung der Kirche wieder zu mehr Farblichkeit im Innenraum.

Während des zweiten Weltkrieges wurde die Kirche bis auf die Türme total zerstört. Gott sei Dank brachte man vorher die wertvollen Fenster und die Raumausstattung in Sicherheit. Als Zeichen christlicher Hoffnung ließ Kardinal Michael Faulhaber ab 1946 die Kirche wieder aufbauen. Kardinal Wendel und Kardinal Döpfner waren dann für das Einrichten zuständig. Das war aber den Münchnern zu nüchtern. 1971 wurde der Chorbereich nach liturgischen Vorgaben des zweiten Vatikanischen Konzil angepasst.

Jörg von Halspachs Raumausmalung wurde rekonstruiert und im Rahmen der Renovierung in den Jahren 1989 bis 1994 durchgeführt. Fußboden, Bänke, Orgelempore, die restaurierten Gemälde und Bildwerke des Erasmus Grasser kamen zurück in die Kirche. Für die Altarbilder wählte meine eine neue Art der barocken Darstellung.

 

Weitere Informationen zur Frauenkirche München:

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