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Maskenschnitzer Timm Buckley hat sich als traditioneller Maskenschnitzer einen Namen gemacht. In der Oberpfalz sorgt er mit seinen schaurigen Masken für Gänsehaut.

Von Rauhnächten über Hexentänze bis hin zu Perchtenläufen: Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, ziehen Teufelsknechte und Weibsdeifl durch die Region um Neunburg vorm Wald. Sie rasseln mit Ketten und klackern mit Hufschuhen. Schaurige Krampusmasken bedecken ihre Gesichter. Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Gesichtsverkleidung wirkt, ist aufwendige und detailreiche Schnitzkunst – das alte Handwerk der Maskenschnitzer.

Mythos und Brauch: Rauhnächte und Krampusmasken

Bräuche und Traditionen bei denen Geister und Schreckensgestalten ihr Unwesen treiben, sind in Bayern seit Jahrhunderten verwurzelt. Die Rauhnächte etwa wurden bereits im 16. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Zwischen Weihnachten und Heilige Drei Könige blicken die Menschen auf das vergangene Jahr zurück und wagen einen ersten Blick in ihre Zukunft. Wenn eisiger Wind um die Häuserecken pfeift und die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits verschwimmen, räuchern sie ihre Häuser mit verschiedenen Pflanzen, um sie zu reinigen und böse Geister zu vertreiben. Derartige Rituale und Teufelsgestalten wie Perchten und Krampusse begleiten diese magische Zeit. Und auch heute noch gehen die Bayern den mythischen Gepflogenheiten in vielen Regionen nach, zum Beispiel in der Oberpfalz.

Timm Buckley: alte Tradition mit individuellem Einfluss

Timm Buckley ist in seiner Freizeit nun schon in der 14. Saison als furchteinflößender Krampus unterwegs. Fast genauso lange verfeinert er seine Kenntnisse rund um die Maskenrestauration und -herstellung. Buckley hat über die Jahre hinweg einen eigenen Stil entwickelt: „Das sind eher wilde, extremere Teufelsmasken“, erklärt der bayerische Freigeist.

Mit seinen Kreationen führt Timm Buckley eine alte Tradition fort und lässt gleichzeitig moderne und innovative Ideen in seine Arbeit mit einfließen – eine Mischung, die von Erfolg gekrönt ist. Denn sie kommt vor allem bei den jüngeren Perchtengängern gut an. So werden die aufwändig maskierten Gruppen genannt, die bei Nachteinbruch fröhlich lärmend von Haus zu Haus ziehen, um die Dämonen des Winters zu bannen.

Vom Restaurieren und Maskenschnitzen

Ob Lackschäden, abgebrochene Hörner oder ausgerupfte Haare – die Oberpfälzer Maskenträger sind früher viel herumgefahren, um ihre sogenannten Larven reparieren zu lassen. „Irgendwann dachte ich mir: Ich übernehme einfach selbst das Aufhübschen und Umarbeiten – schließlich kenne ich mich als gelernter Schreiner von Haus aus mit Holz sehr gut aus.“ Um aus einem Stück Zirbenholz-Stamm eine Maske neu herauszuarbeiten, braucht er 35 bis 40 Stunden. Aufwendige Extras benötigen mehr Zeit.

In den letzten Jahren ist das Interesse an den alten Bräuchen spürbar gestiegen. „Inzwischen gibt es mehrere Perchtengruppen, immer mehr Zuschauer kommen zu den Veranstaltungen“, sagt der Maskenschnitzer. Sie tauchen ein in den alten Mythos und bestaunen die schaurigen Gestalten mit den zotteligen Fellen, langen Hörnern und lärmenden Glocken. Und sie bewundern die realistisch geschnitzten Masken von Timm Buckley, bei deren Anblick einem Schauer über den Rücken laufen

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