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Security Point auf dem Oktoberfest

Security Point auf dem Oktoberfest

In der ersten Oktoberfestwoche (22.-29.9.) nahmen 113 Wiesnbesucherinnen das Angebot am Security Point auf dem Oktoberfest für Mädchen und Frauen in Anspruch. Damit kamen fast genauso viele Hilfesuchende in die Anlaufstelle wie im Vorjahr (2017: 116). 

Neben den betroffenen Mädchen und Frauen erhielten auch 38 Begleitpersonen Unterstützung durch das Team vor Ort.

Gründe für das Aufsuchen dieser ehrenamtlich organisierten Instution auf dem Oktoberfest:

Beratungsanlässe

Das Verlieren von Freund*innen, Angehörigen, dem/der Partner*in oder z.B. der Reisegruppe war – ähnlich wie in den Vorjahren – der häufigste Grund für die Beratung (59%). In 13 Fällen waren psychische Krisen (z.B. Gewalterfahrungen in der Vergangenheit) auslösend für den Beratungskontakt.

Für acht Frauen war das Erleben von körperlicher oder sexueller Gewalt der Grund, Hilfe am Security Point zu suchen: fünf Mal handelte es sich um sexualisierte Gewalt, drei Mal um Partnerschaftsgewalt. Damit stellt die Aktion einen leichten Anstieg der Gewaltfälle fest, 2017 konnte in insg. sechs ähnlichen Fällen Hilfe geleistet werden.

In diesem Zusammenhang weist die Aktion deutlich darauf hin, dass die tatsächliche Anzahl der Sexualstraftaten sehr viel höher einzuschätzen ist, da nur ein geringer Teil der sexualisierten Gewalt zur Anzeige gebracht wird.

288 Hilfeleistungen in 113 Fällen

Insgesamt leistete das Team am Security Point für die 113 Klientinnen bisher 288 Hilfeleistungen wie Beratung, Begleitung, Recherche oder Ausleihe von Kleidung oder Geld. Oftmals ging es vor allem um die Recherche nach dem Hotel und den Freund*innen oder um die Organisation eines sicheren Heimwegs bzw. Schlafplatzes.

15 Mädchen und Frauen konnten den sicheren Heimweg mit Hilfe des Taxiunternehmens IsarFunk antreten. Die Münchner Firma ermöglicht seit vielen Jahren Klientinnen, die z.B. bestohlen wurden, eine kostenfreie Heimfahrt mit dem Taxi. Und auch Mitarbeiterinnen der Aktion, die oftmals bis weit nach Mitternacht arbeiten, können – Dank IsarFunk – kostenlos und sicher mit dem Taxi nach Hause kommen.

Vor allem Touristinnen und junge Frauen benötigten Unterstützung

Der Prozentsatz an Touristinnen ist seit dem vergangenen Jahr noch einmal leicht angestiegen. Rund 68% der Hilfesuchenden waren Touristinnen aus dem Ausland (2017: 60%). Frauen aus den USA stellten mit 26 Klientinnen die größte Gruppe der ausländischen Hilfesuchenden, gefolgt von Australien.

Aufgrund der hohen Zahl von Touristinnen wurden 62% aller Beratungen auf Englisch geführt.

Auffällig ist außerdem, dass der größte Teil aller Hilfesuchenden unter 30 Jahre alt ist (71%). Sechs Hilfesuchende waren minderjährig.

In zahlreichen Fällen fanden die Klientinnen den Weg zum Security Point durch die Vermittlung von anderen Institutionen vor Ort: 30 Mal verwies die Polizei Frauen an die Anlaufstelle, in weiteren 25 Fällen das medizinische Team der Aicher Ambulanz. Darüber hinaus machten zahlreiche Standlbetreiber*innen, Bedienungen, Securitys und Wiesnbesucher*innen betroffene Frauen auf das Angebot aufmerksam oder begleiteten sie direkt in die Anlaufstelle.

Tipps für die zweite Wiesnwoche

Telefonnummern und Adressen notieren:

Gerade abends ist auf dem Oktoberfestgelände einiges los. Hier verliert man sich schnell aus den Augen und steht plötzlich alleine da. Deswegen ist es immer sinnvoll, bereits vor dem Wiesnbesuch ein paar kleine Maßnahmen zu treffen, um am Ende des Abends sicher nach Hause zu kommen: Die Handynummer der besten Freundin noch mal separat notieren und am Körper tragen, einen klaren Treffpunkt vereinbaren und ein wenig Kleingeld in der Dirndltasche helfen oftmals schon weiter.

Heimweg:

Ähnlich wie in den vergangenen Jahren kommt es auch heuer oftmals zu Problemen, wenn der Heimweg vom Oktoberfest angetreten wird. Egal, ob der Schlüssel zur AirB’n’B-Wohnung plötzlich nicht mehr zu finden ist, die Freund*innen nicht erreichbar sind, weil der Akku leer ist, eine Frau den letzten Zug nach Salzburg verpasst hat oder Geldbeutel und Handtasche verschwunden sind – Wiesnbesucherinnen, die sich in irgendeiner Weise unsicher oder bedroht fühlen, finden Hilfe und Schutz am Security Point.

Der Security Point befindet sich im Servicecenter auf dem Oktoberfest.

Eine Kooperation von AMYNA e.V., IMMA e.V. und der Beratungsstelle Frauennotruf München

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