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Im 16. Jh. erbaut, diente es als Sommersitz und Lieblingsplatz des bayerischen Kronprinzen Rupprecht und den Wittelsbachern. Es entstand aus den Resten der nahegelegenen Karlsburg. Beeindruckend ist die Renaissance-Holzdecke im Eingangsbereich und im ersten Stockwerk. Heute ein beliebter Ausflugsort mit Biergarten und Schlossgaststätte.

Wir zitieren aus ogschaut, higschaut, nachgschaut:”*

Den Gründer von Schloss Leutstetten kennen wir alle noch, wir haben alle lange Zeit mit ihm zu tun gehabt: Hans Urmiller, herzoglicher Rat und Kämmerer war auf unserem alten braunen 50-DM-Schein abgebildet. Der Stich ist von Albrecht Dürer! Dieser Hans Urmiller also hat 1565 das Schloss in einer Art ländlichem Renaissancestil bauen lassen. Sein Herzog Albrecht V. hat ihm auch Petersbrunn verkauft, verbunden mit der Auflage „es wiederaufzurichten und gemeinem Nutzen zugut dermaß zu richten, daß sowohl der Herzog wie seine Untertanen daran gut Gefallen haben“. Möglicherweise ist das auch ein Grund, warum Urmiller 1572 völlig verschuldet gestorben ist. Ob man das wusste, als man ihm die Ehrenbezeugung auf der Banknote erwiesen hat?

(…)
Schloss Leutstetten hat auch eine Sage mit drei Jungfrauen, die auf ihre Erlösung warten: „Sie wurden durch einen bösen Zauber in die Kellergewölbe des Schlosses verbannt, um dort einen Schatz, bestehend aus drei eisenbeschlagenen Truhen, randvoll mit Perlen, Edelsteinen und Kupfermünzen, zu bewachen. Jedes Jahr, in der Heiligen Nacht, konnte man früher engelhaftes Singen vom Schloß her vernehmen. Süß und klar schwangen die Lieder durch die eiskalte Luft, und helle Lichter flackerten durch die Fenster des Schlosses und brachten den Schnee im Schloßgarten zum glitzern. Es begab sich, daß ein junger Bauernsohn an einem strahlenden Herbsttag in der Nähe des Schlosses nach Nüssen suchte, als ihm plötzlich eine der drei Jungfrauen begegnete. Wunderschön stand sie inmitten des Laubes auf einmal vor ihm, und ihm stockte der Atem, als sie ihn dreist bat, sie zu küssen. Sie bot ihm im Gegenzug soviel Geld, daß er und seine Familie bis an ihr Lebensende nie mehr zu arbeiten brauchten. Er sollte dafür nur ihre Lippen mit den seinen berühten. „Nichts leichter als das“, dachte sich der junge Mann, das Geld schon vor Augen, und er gab ihr einen festen Kuß. In dem Moment, als er seinen Mund ein zweites Mal spitze, verwandelte sich die schöne Jungfrau in eine große Schlange, so daß er sich angeekelt abwenden mußte. Beim dritten Versuch nahm sie, vor seinen Augen, die Gestalt des leibhaftigen Teufels an. Da lief der Bursche so schnell ihn seine Beine trugen davon. In seinem Rücken erklang das höhnische Gelächter der Jungfrau.“ Heute geht man davon aus, der Hintergrund der zahlreichen Sagen mit den drei Frauen habe einen keltisch-religiösen Ursprung; dass die Gestalten letztlich die Menschen nur betrügen und verführen, sei eine „christliche Überlagerung“ zur Bekämpfung dieser alten Gottheiten. (S. 106f.).

*Das Buch von Herrn Dr. Schlattmann und Herrn Volkmann berichtet über 8 wunderschöne Touren im Fünfseenland und der Umgebung und enthält umfangreiche Informationen zum Nachschlagen und lesen. Zu bestellen über wm@fuenfseen.de oder im Buchhandel: ISBN 3-00-011223-5

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